Die Ungewißheit

sie nährt sich an der zarten, leisen Angst, die in mir aufkeimt; jedes Mal, wenn ich beginne zu schreiben. Okay, Angst ist ein zu schweres Wort dafür, aber vielleicht weißt du, was ich meine. Auch wenn ich ganz gut weiß, was ungefähr alles in meine Geschichte soll (die Eckdaten auf jeden Fall), so ergibt sich das Meiste doch während des Schreibens. Was keineswegs schlimm ist, sondern den Zauber gar ausmacht.

Diese Formulierung, fällt mir eben auf, ist auch irgendwie putzig. Das macht den Zauber aus. Wortwörtlich bedeutet es doch, daß der Zauber dann nicht mehr ist, nicht mehr scheint, doch der übertragene Sinn entspricht dem Gegenteil. Nungut. Deutsche Sprache.

Auch wenn ich weiß, daß sich alle Antworten auf meine Fragen während des (kreativen) Schreibens ergeben, zögere ich, zu starten. Immer wieder. Warum? Ich möchte mich an den Schultern packen und schütteln. 😉 Dieser Tage tue ich mein Bestes und schreibe einfach. Sonntag verlief schon sehr fein und hat mir ein paar ganz andere Fragen beantwortet, zart zumindest. Eine Ahnung über das verstreut, was vor sich geht. Fragen, von denen ich noch gat nicht wußte, daß ich sie hatte. Genau solche Momente sind es, die ich mit jeder Schreibstunde stärke und das Zögern zerschlage.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, ob euch das Schreiben auch persönlich so fordert? Euch eure Schwächen (oder nennen wir sie Herausforderungen) einmal mehr vor Augen führt? Die Talente, die man hat, kommen eben nicht umsonst. Trotz daß sie sich leicht und fluffig anfühlen. Größtenteils. Alles hat seinen Preis. Das in sich zu nähren, was man mag, als Berufung fühlt, lockt logischerweise Wesen aus dem Keller, die das nicht so toll finden und sich Beachtung wünschen.

Weil das Schreiben für mich so funktioniert wie es funktioniert, verstehe ich mich (zumindest bezüglich meiner Romanarbeiten) als eine Art Medium. Daß ich Mitspracherecht habe bei den Geschichten, empfinde ich nur als bedingt so. Natürlich überlege ich mir Namen und Äußerlichkeiten, Charaktereigenschaften und was nicht alles. Nicht zuletzt weil ich Metapher und Symbolisches so sehr mag. Doch sitze ich nicht da, habe verschiedene Punkte vor mir und wähle aus wie damals die Farben für meine Wohnung. Vielmehr war einfach irgendwann klar (entweder unterwegs, wie eine Erinnerung an den Namen eines alten Klassenkameraden) oder während des Schreibens: ach, so heißt sie. Und oh, okay, das zählt mit zu seinem Charakter?, geht klar.

Das bezieht sich ganz stark auf meine Aurora-Chroniken. Das Projek Seelenschwestern basiert teils auf eigenen Erfahrungen, wird aber definitiv ähnlich ablaufen, was Wendungen usw. betrifft. Beim Großstadtrotkäppchen habe ich das ja schon sehr stark zu spüren bekommen – das erfährt derzeit eine weitere Überarbeitung, wenn auch mehr struktureller Natur. Alles aber so Dinge, bei denen ich gern mal heimlich die Augen verdrehe. 😉 Kann es nicht einfach soundso sein? Nein, kann es nicht. Dann wäre es nicht mein Weg, meine Arbeit, meine ganz spezielle Herausforderung. Das ist es, was sie für mich ausmacht und was ich mit euch teilen kann. Jeder arbeitet anders, jeder empfindet es anders, erlebt es anders und das macht es zusätzlich so wundervoll.

Mich der Geschichte also einfach hingeben und lesen, wohin mich das Schreiben führt – daran arbeite ich und gebe mir größte Mühe, diesem Prozeß besser zu vertrauen. Ironisch, ein wenig, weil ich in so viele/s intuitiv vertraue und dann gibt es Punkte wie diesen… da wundere ich mich selbst, warum ich nicht auch da einfach so vertraue. Hach, ja.

Worin ich aber schon vertraue, ist, daß sich mit der Zeit ein Muster ergeben wird, das es mir leichter machen wird. Das ist, was ich weiß, ohne es näher beschreiben zu können. Wer weiß, wann ich es hier erneut aufgreife. 😉

Frohes Schreiben! 🙂

Greta

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wa-rum? da-rum.

Nach ein bißchen Herumspinnerei, was für einen einschneidenden Konflikt es in einer Gesellschaft geben kann, in der Verständnis & Toleranz vorherrschend durch die Adern fließen – bin ich keinen Schritt weiter. Keiner, der mich wirklich aufatmen läßt. Ist das nicht toll? Spürst du mein Augenverdrehen? Gut.

Auch wenn ich nicht zu denen zähle, die grob oder detailliert alles planen bevor sie die ersten Seiten schreiben, so wäre dieser zentrale Konflikt gerade unheimlich hilfreich. Oder, wäre er das? Kommt da nicht einfach nur durch, daß ich mich möglichst sicher fühlen will? Nicht erst 200 Seiten schreiben und dann kommt der AHA!-Moment und ich darf alles nochmal umkrempeln.. ach!

Dafür spricht vieles. Denn, die Aurora-Chroniken werden aus drei Erzählsträngen bestehen, drei verschiedene Zeiten augreifen, und die beiden grundlegenden sind mir soweit klar. Klar genug um loszulegen. Wer suhlt sich da also in Prokrastination? Mein Ego. Das sich lieber gemütlich und bequem irgendwo niederläßt und nur kreativ im Ausredenfinden wird.

Einfach  (anfangen zu) schreiben ist das einzig Richtige. Das Einzige, was zu tun bleibt. Der Rest ergibt sich. Mein hyperventilierendes Ego bekommt eine Papiertüte, in das es atmen kann und fertig. Ich starte beim ersten Erzählstrang und laß mich überraschen, wann sich der Rest ergibt, den ich derzeit einfach nicht herphilosophieren kann. Das ist okay. Wie im echten Leben. 😉 Schreiben war und ist für mich nie nur schreiben. Ich lerne auch so viel über mich selbst und stoße an Grenzen und auf Verhaltensmuster, die mir zwar noch nicht unbekannt waren, von denen ich mich jedoch nicht länger aufhalten laßen mag. Dafür reißt mich diese Geschichte einfach in zu wahnsinnige und schöne und intereßante und magische Tagträume und will geteilt werden.

Der Sherlock in Elementary hat eine wall of crazy, die ihm hilft. Inspiration lungert überall. Also habe ich meine wall of crazy entstaubt. Okay, noch ist es nicht irre, aber wir wissen doch alle, wie es (aus den Rudern) läuft 😉 Oh und neue alte Ziele gibt es auch: 12.000 Wörter/Woche. Auf in meine Utopie! Wobei… bevor ich diese Welt so wirklich betrete, wird es düster. Wirklich düster. Die Arbeitstitel „Kurz vor 12“ und „Geisterstunde“ für die ersten beiden Erzählstränge deuten an, was Programm sein wird: Planung, Umsetzung und Durchführung des Virus & folgenden (größtenteils) Vernichtung der Menschheit und die sich anschließende Zeit, die von Einsamkeit, Zweifeln, PTBS, Traumbewältigung und was nicht geprägt sein wird. In der sich aber auch schon die ersten positiven, bekräftigenden Veränderungen zeigen, die zur Bildung der ersten Gemeinschaft/en beitragen. Dazu eine Filmempfehlung: The Dead Outside. Wer sich Vorschauen ansieht, sei gewarnt – habe sie nach dem Film gesehen und, mal wieder, festgestellt, wie sehr solche den Film doch verzerren (können). Es geht in diesem schottischen Film nicht in erster Linie um die Zombies, oder was genau paßiert ist. Sondern um zwei Menschen, die sich in dieser Not finden und vertrauen wollen bzw. müssen. Eine wunderbare Stimmung, wie ich finde. Und ja, der Film, den ich 2011 das erste Mal gesehen habe, hat sicher eine Rolle gespielt, daß ein Erzählstrang in den Aurora-Chroniken diese Perspektive aufgreift.

Mit welchen eurer Verhaltensweisen, an denen ihr vielleicht eh schon knaubelt und arbeitet, seht ihr euch während des Schreibens konfrontiert? Wo kratzt es? Wie geht ihr damit um? Was hilft euch?

Greta

spilling the t

Der April und Camp NaNo startetn wundervoll. Die Korrektur meines Großstadtrotkäppchens nahm seinen Lauf; an sich zufriedenstellend. Gleichzeitig wollte sich ein Zwicken in meinem Bauch jedoch nicht recht verabschieden. Ganz im Gegenteil.

Und weil man Tee nicht in aller Seelenruhe verkippt: als Debutroman für Frühsommer angekündigt, wird Großstadtrokäppchen so nicht veröffentlicht.
Verbrennen werde ich diese Geschichte aber auch nicht, doch die Funken, die zu Beginn sprühten, sind nicht mehr. Teilen möchte und werde ich diese Geschichte auf jeden Fall. Vielleicht später als Roman. Vielleicht in Form von Blogbeiträgen. Nicht (mehr) jedoch als mein Debut. Vielleicht bin ich dieser Geschichte in dem Sinne entwachsen, daß ich sie zunächst nur für mich habe nieder- und zu Ende schreiben müßen um nun festzustellen, daß ich mich einem meiner andere Projekte widmen mag, die die Glut in mir wieder zu Feuer entfacht mir nur wenigen Gedanken, Tagträumen und Unterhaltungen.

Aus Prinzip weiterverfolgen, jetzt, so, wie gedacht und angekündigt? Könnte ich, sicher. Allerdings wäre es genau das Vorgehen, das mich in der Schule, später im Studium und dann in der kreativen Ausbildung dezent entnervt hat: von Anfang bis Ende diesen Weg entlanglaufen. Schon die letzten Wochen, wenn mich Tagträume zu den Aurora-Chroniken eingeholt haben und ich mir gesagt habe: nein, wenn ich in die Welt meinen ersten richtigen Schritt setze, war’s das. Da komm ich nicht mehr raus um etwas anderes wirklich mit Herzblut zu schreiben, abgesehen von kurzen Texten und Gedichten. Ist das nicht aber kreativer Selbstmord? Warum, in aller Welt, sollte ich mir das freiwillig antun?

Ich selbst kann in jeder Hinsicht nur wachsen, wenn ich verfolge, was mein Herz mir vorgibt. Ich bin selbst ein Großstadtrotkäppchen – und bahne mir meinen Weg durch den Wald, wie mir ist. Und vielleicht brauche ich nur zwei, drei Monate etwas anderes vor der Nase und komme schon dann umgehend zu dieser Geschichte zurück und die Funken fliegen wieder? Das finde ich nur heraus, wenn ich mich auf den Weg einlaße, auf den ich irgendwie gestolpert bin.

Die Ironie lauert in der Ecke: wenn Rotkäppchen brav ihren Weg gegangen wäre und sich nicht vom Wolf hätte auf die Blumenwiese führen und ablenken lassen, wäre ihre Großmutter nichts paßiert. Doch: sie hätte auch keine schöne Zeit inmitten dieser Blumenwiese gehabt. Sie hätte nicht gelernt, wie sie künftig mit Gefahren umgehen wird und – eine meiner Interpretationen: wenn die Großmutter das zukünftige Ich des Rotkäppchens selbst ist, hat der Wolf vielleicht etwas Gutes bewirkt, weil diese Version ihrer Selbst eine gelangweilte, aalglatte ist, die von keinerlei Abenteuern berichten kann?

Nichtsdestotrotz werde ich 2019 als mein Debutjahr in der Epik nicht streichen. Kopfüber stürze ich mich in die anderen Projekte, die es sich auf meinem Schreibtisch bequem gemacht haben und ich bin gespannt, wohin mich diese Entscheidung treiben wird und welche Blumenwiesen ich entdecken werde. 🙂

Kennst du solche Entscheidungen oder Gedanken? Wie gehst du für dich damit um?

Greta

 

Nische – und verkriechen

Oft spielt das Leben ja so. Man schaut kurz nicht hin oder ist einerseits schon bei der Sache aber doch nicht wirklich und schon kann ich nicht mehr sagen, wie genau ich darauf gestoßen bin: Solarpunk. Was jedoch viel wichtiger ist, ist, daß mir sehr warm ums Herz wurde. Nicht nur, weil ich für mich mit meiner Lebenseinstellung, meiner Sicht auf die Dinge und meinem Verständnis eine Nische und Namen gefunden habe, der es leichter macht, mehr rauszuholen und zu lernen. Meine Aurora-Chroniken, die zwar noch Quark im Schaufenster sind, haben ebenso ein Zuhause gefunden. Das finde ich alles auf so vielen Ebenen wunderbar, daß ich gar nicht recht weiß, wo anfangen.

Es kommt selbstverständlich der Vermarktung zugute und wird die Leser finden, die sich auf irgendeine Art und Weise darin wiederfinden können und Inspiration finden. Zuspruch und Mut. Was nicht alles noch. Sondern lenkt die Leser, die, wie ich bis gestern, noch nichts von Solarpunk gehört haben, in die Richtung, die mir einzig mögliche scheint, um zum Einen das Überleben der Menschheit zu sichern (was in meinen Augen aber nur bedingt wichtig ist) und zum Anderen das Töten unseres Planetens unterbindet. Wobei ich auch glaube, daß die Erde durchaus in der Lage ist, noch eine Plage heraufzubeschwören, die ordentlich was anrichtet. Ich meine, unsere bekannten Zivilisationskrankheiten wie Krebs, … sind schon gut unterwegs, doch unsere Medizin (auch wenn die Schulmedizin lieber krank macht um Geld zu scheffeln) hält gut dagegen. Lebensverlängernde Maßnahmen und was nicht alles.

Und bevor du jetzt groß aufschreist, den Kopf schüttelst und mich mit allen Möglichen Themen und Argumenten bewirfst – das alles ist ein riesengroßes Thema, das ich in wenigen Absätzen logischerweise nur anreißen kann; das selbst an einem gemütlichen Abend bei Kerzenschein und Tee nicht ausreichend diskutiert, philosophiert und beschwiegen werden kann. Persönliche Erfahrungen mit den bescheidenen Krankheiten habe ich auch. Und ich bin mir selbst noch nicht sicher, wie genau ich zu lebenserhaltenden Maßnahmen, Organspende, … stehe. Ich würde definitiv nicht am Leben bleiben wollen, wenn ich nach was auch immer nur noch Gemüse wäre. Oder mich nicht mehr von A bis wenigstens U selbst um mich kümmern könnte. Es ist wunderbar, was die Medizin mit den Jahrhunderten geschafft hat und begeistert mich immer wieder, wenn ich mir vorstelle, wie viele Menschen in der Zeit Versuchskaninchen waren und an den mittlerweile banalsten Verletzungen uä gestorben sind. Oder anderweitig leiden mußten. Das ganze ist für mich ein sehr zweischneidiges Schwert. Und ich komme etwas vom Weg ab. 😉

Tatsache ist (ich spreche natürlich von mir): der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung. Sicher, faszinierend, was unsere Körper können, doch wie blöd, daß wir nicht nur unsere eigenen Umweltbedingungen zerstören, sondern gleich die aller anderen Spezies mit? Wegen sozialer Anerkennung? Wegen eines Papiersystems, das ich nach wie vor auch nicht wirklich verstehe? Absurd. Völlig.

Ja, Veränderung ist anstrengend und tut weh. Wann hast du das letzte Mal eine nicht ganz so tolle Gewohnheit abgelegt? Oder eine, zwei, drei neue eingearbeitet in deinen Alltag? Wie lange hat das gedauert? Oder wieviele Anläufe hast du gebraucht? Genau. Und da geht´s noch nichtmal um wirklich einschneidende Veränderungen, nicht wahr? Vermutlich mehr das Übliche (nicht weniger wichtige): mehr Bewegung, Zahnseide täglich nutzen, 10 Minuten am Tag meditieren, nur noch 1 Stunde TV schauen, .. aber, gib nicht auf. Egal, was es ist, mach weiter. Und wenn es der dritte Anlauf ist. Wobei ich auf meinen Reisen festgestellt habe, daß sich manch kleinere Gewohnheiten entweder einfach gut verbinden laßen und ich sie daher ziemlich gewieft einbauen kann, oder mich ein sehr viel größerer, ernster Beweggrund bei Laune hält.

Und zählt da die Welt retten nicht mit drunter? Nur weil es uns noch nicht oder nicht direkt betrifft, heißt es nicht, daß wir noch nichts tun sollten. Das Überleben der Menschheit ist für mich persönlich nur bedingt Antrieb. Mir geht es vielmehr um die Erde und was wir aus so hirnrißigen Möchtegern-Gründen mit ihr machen. Und spiegelt es nicht auch wieder, wie wir mit uns selbst umgehen? Was wir uns selbst wert sind? Wie wir miteinander umgehen? Wo ist die Liebe hin? Sicher, es gibt genügend Gegenwind zu all dem und dank der Vernetzung bin ich auf so einige intereßante Menschen und Themen – und nicht zuletzt Solarpunk – gestoßen. Doch verkriechen wir uns nicht länger hinter unseren Bildschirmen. Im Alltag mutig das Leben, was wir leben wollen. Wie wir leben wollen. Die Welt retten fängt bei uns selbst an. Rette dich, deine Gesundheit (psychisch wie physisch). Unterstütze deine Mitmenschen, steck sie an, bleib standhaft. Wind stärkt die Wurzeln der Bäume. Nehmen wir uns, wie so oft, also ein Beispiel an der Natur! 🙂

Okay, die Kurve gut bekommen, denke ich. Ich habe keinen Führerschein. Die Aurora-Chroniken wird mir ihren drei Erzählsträngen definitiv nach wie vor mit einer ihren Schwerpunkt auf der Apokalypse behalten. Solarpunk scheint in der Literatur, wobei es darüber noch nicht allzu viel gibt, was aber auch spannend ist, wie ich finde, natürlich weiterhin einen guten technischen Teil beizubehalten. Und viele Menschen. Wobei es für jedes Genre ja keine absolut klar gezogenen Grenzen gibt und wir die Geschichten erzählen, die wir erzählen wollen. Ein Erzählstrang wird also verfolgen, wie eine Gruppe Gleichgesinnter weltweit die Apokalypse via eines Virus´plant. Es wird spannend, anstrengend, heftig und abartig. Genügend Bilder haben sich mir dahignehend schon offenbart. Ich mag die Dystopien, die ja mittlerweile in manchen Filmen und Serien dargestellt werden, wobei es mir oft an Greifbarkeit fehlte. An ganz trivialen Hintergründen, Informationen und alltäglichem Geschehen. Darauf lege ich definitiv einen weiteren Schwerpunkt, sobald Stunde Null gekommen ist. Dieser Erzählstrang wird unglaublich intereßant, weil recht einsam (ohne zu viel zu verraten) und Stichwort Traumaverarbeitung. Was ich persönlich im verhältnismäßig kleinen Rahmen kenne, durchlebt habe bzw durchlebe, ist zwar kein Vergleich, jedoch ein guter Ansatzpunkt. Eine Ahnung. Ja, ein sehr vielschichtiges Thema, da jeder Trauma anders verarbeitet und es daher nur bedingt griffig ist. Doch es ist höchste Zeit für mehr solcher Geschichten. Der dritte Erzählstrang verfolgt einige Personen der siebten Generation. Vor wenigen Monaten noch kam mir irgendwie „Die elfte Generation“, doch – amüsante Geschichte zwischendurch: vor einer Woche habe ich mich damit vergnügt, einige Namen (geplant 160) für verschiedene Stammbäume rauszusuchen. Das sind viele Namen, ja. Auch wenn ich zwischendurch fand, daß nicht jede Person bekannt sein muß (zumal diese Stammbäume zum Großteil vermutlich „nur“ Hintergrundarbeit für mich würden), hab ich es irgendwann auf sieben Generationen begrenzt. Und aus irgendeinem Grund, achja, mich hat intereßiert, welchen Zeitraum die ausmachen. Denn der dritte Erzählstrang muß ausreichend genug in der Zukunft liegen, daß sich eine neue Gemeinschaft und Gesellschaft hat entwickeln können. Sowas paßiert ja auch nicht in 50 Jahren. Bei der Sucheingabe stieß ich dann darauf, daß es im nativen amerikanischen Glauben heißt, Familientrauma lösen sich nach sieben Generation. Oder können. Man muß schon selbst was dafür tun, ohne Frage. Wie das Leben also so spielt. Das paßte wunderbar. Das als kleiner Ausflug in den Recherchealltag bzw. was unterwegs so paßiert. 😉

Was jetzt insgesamt recht düster und schwer klingen mag, wird abgefangen von einger guten Portion Spiritualität und zarten, übernatürlichen Fähigkeiten und einem Alltag, der im Einklang mit der Natur und ihren Rhythmen, ihren Kräften gelebt wird. Das ist nicht nur ein großer Part, den ich an den postapokalyptischen Geschichten, die ich verfolgt habe, mag, sondern für mich abseits des Bildschirms liebe. Diese Rhytmen bewußt wahrzunehmen und mich mit ihnen zu bewegen, mit ihnen zu gehen, zu lernen und zu wachsen, ist so erdend und beruhigend. Vielleicht ist das auch ein Punkt, der die Gesellschaft an den Punkt gebracht hat, an dem sie nun ist. Sie hat sich mehr und mehr zurückgezogen aus der Natur (wenn auch zunächst nicht bewußt bzw aus praktischen Gründen, siehe Industrialisierung, verschwommene Erinnerungen aus dem Geschichte-LK kommen mir in den Sinn, wie viele wegen Arbeit in Fabriknähe ziehen bzw irgendwie so Städte entstanden sind) und so die Verbindung gelockert, fast gelöst. Bis die Folgen auf sie zurückfallen, vergingen nun gerade so 200 Jahre. Wobei ja schon Anfang, Mitte des letzten jahrhunderts einigen klar war, was auf uns zukommen würde, wenn wir so weitermachen. Aber… da es keinen noch so wirklich betroffen hat – sind wir nun hier.

Wenn ich solche Themen in Unterhaltungen anschneide, bekomme ich nur zu oft zu hören, wie pessimistisch ich doch sei. Was A überhaupt gar nicht der Fall ist, ich könnte nicht optimistischer sein, aber gut, das ist dann dem (nicht so guten) Kennen zuzuschreiben 😉 , B sehe ich einfach realistisch, das Große Ganze zu sehen und zu verstehen, all die Zusammenhänge, war mir schon immer Fluch und Segen, denn viele, viele Jahre ging es mit sehr viel (Welt)Schmerz einher, den ich versucht habe zu betäuben und daraus folgt C daß mir eben keine Dystopie in den Sinn kam sondern eine Utopie – sagt das nicht alles? Ich weiß nun also einmal mehr, warum ich hier bin, warum ich schreibe, warum ich das schreibe, was ich schreibe, warum ich diese schmerzvollen Jahre überlebt habe (überleben wollte).

Das zur Nische, die hoffentlich zur Ecke wird und dann zum Raum, zum Haus, zum Anwesen, zum Königreich. 😉

Und verkriechen? Auf Instagram sicher schon mitbekommen: Camp NaNoWriMo steht vor der Tür. Es wird mein erster Camp-Monat und ich freu mich unheimlich drauf. Auch wenn mich in den Gruppen, die es im Forum so gibt, nicht weiter beteiligen werde, weil ich mich ausschließlich auf meinen Fortschritt konzentriere, beflügelt und motiviert und bestärkt mich doch das Wissen, daß diese 30 Tage so viele andere Menschen weltweit ähnlich Priorität setzen. Auch wenn mein Ziel ist, die übrigen ca 200 Seiten zu korrigieren, bietet Camp NaNo im Gegensatz zum NaNoWriMo die Möglichkeit, ua die Stundenanzahl, die man investieren möchte, zu verfolgen statt der Wortzahl. Hm, vielleicht gehe ich auch nach Seitenzahl.. oh, die Entscheidung hat bald zu fallen. So oder so. Ich werde mich verkriechen, in die Geschichte meines Großstadtrotkäppchens und sie beenden, sodaß im Mai und Anfang Juni „nur noch“ Feinschliff ansteht. Mein Zeitplan ist straff? Dem widerspreche ich nicht. 😀 Doch wer kennt es nicht. Die ersten 10 Minuten überwunden, verliere ich mich bestenfalls stundenlang. Vielleicht gebe ich einen Zwischenstand ab, vielleicht nicht. Ihr werdet es mitbekommen. 🙂

Praktischerweise habe ich die letzte April-/erste Maiwoche auch Urlaub um all das zu einem runden Abschluß zu bringen und kurz durchzuatmen.

Greta

(K)ein Pseudonym

Es gibt die verschiedensten Gründe, warum wir Pseudonyme wählen. Meine mag ich kurz näher beleuchten:

„Natürlich“ eines und doch keines. Denn die Namen, die mir zu Geburt gegebn wurden, gegeben waren, sind genau das. Etwas von Außen. Namen, die sich zwar nicht falsch anfühlen, mit denen ich, logischerweise, vertraut bin und die mir etwas Erstes auf den Weg gegeben haben. Dennoch.

Mein gewähltes Pseudonym ist viel mehr Alter Ego – das Ich, das meine Berufung in sich trägt. Ein Vorname, der sich auch in meinem gegebenen versteckt und ein Nachname, der sich im Stammbaum wiederfindet.

„Natürlich“ schreibe ich nicht unter dem Namen, unter dem mich jeder Bekannte findet. Weil es nicht jeder so einfach haben soll. Stattdessen habe ich mir, die ihr Herz auf’s Papier bluten läßt, selbst einen Namen gegeben. Und kann mich daher manchmal weit mehr mit diesem identifzieren als mit meinem Gegebenen.

Greta

sich selbst überfallen

Einfach anfangen. Meiner Ansicht nach gibt es keine Schreibblockade. Vielmehr ist es etwas, das wir uns Tag um Tag, den wir nicht schreiben, einreden. Ganz leise. Ganz tief in uns selbst. Tag um Tag – ich rede nicht von Balance. Natürlich gibt es Tage, an denen wir uns ganz anderen Intereßen widmen und aufladen. Ähnlich wie ein Spaziergang. Den Kopf befreien, etwas Neues sehen und entspannen.

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Phase I

Die ersten beiden Januarwochen sind so gut wie vorbei – und ebenso die erste Phase meiner Revision. So hilfreich und intereßant alle möglichen Erfahrungsberichte sind, die ich in den Tiefen des Webs bisher ausmachen konnte, laße ich mich auf mich selbst ein. Ich bahne mir den Weg durch den Wald – paßend zum Titel Großstadtrotkäppchen – während ich ihn gehe und das bereitet mir Freude.

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auf ein Neues

oder eher: auf ein Nächstes. Denn ab Dienstag stürze ich mich kopfüber in die Korrektur; meine erste Korrektur. Im Grunde bin ich schon seit Mitte Dezember immer wieder so aufgeregt, daß ich nicht weiß, ob ich mich lieber vor dieser Arbeit verstecken oder sie umgehend beginnen möchte. Dieser Tage bin ich, je näher der Dienstag rückt, so unglaublich gespannt, daß ich froh bin, keine Stromleitung im bevorstehenden Wintereinbruch zu sein. Nein, das ginge nicht gut.

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eine bißchen Offenbarung

Nach einigem Überlegen, Probieren und Spielen hat Die elfte Generation ein neues Zuhause gefunden: Die Aurora-Chroniken.

Bisher haben sich zwar „nur“ einige Charaktere, Bilder, Situationen und Stimmungen gezeigt, die mir jedoch schnell bewußt gemacht haben, daß eine Geschichte, ein Buch, all dem nicht gerecht würde. Eine Welt, eine Buchreihe, zu erschaffen finde ich sowieso schon ein Weilchen unheimlich interessant und aufregend – und beängstigend; was mich aber nur noch mehr anstachelt.

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