… hat mich bei meinen bisherigen Versuchen regelmäßig die Stirn auf den Tisch legen und überzeugt genervt sagen laßen: braucht keiner. Laß‘ ich frei. Bei der Buchwahl einfach mal nach Gefühl entscheiden und das Buch in die Hand nehmen, weder den vielleicht nicht ganz so ansprechenden Einband und Titel großartig beachten noch nach dem Klappentext schauen, sondern einfach nur fühlen. Kribbelt es in der Hand? Bleibt das Buch wie magnetisch liegen oder zuckst du mit den Schultern und kannst es ohne Zweifel umgehend zurück auf den Stapel vor dir legen?

Klappentexte sind wie Filmvorschauen, die ich persönlich schon seit Jahren nicht mehr ansehe, weil der Film im Ganzen eine andere Wirkung hat als mit nur auserwählten Szenen. Ganz abgesehen von seinen ersten Minuten, die für mich absolut entscheidend sind: sagt mir die Kameraführung zu?, die Ästhetik?, die Stimmung?
Bei Büchern ist es doch ähnlich. Die ersten drei, vier Kapitel, je nach Länge, packen unsere Aufmerksamkeit, Neugier und Interesse entweder am Kragen oder laßen sie aus Anstand noch ein bißchen im Raum herumstehen. Wer bleibt schon gern aus Anstand die ganze Veranstaltung über, wenn man die Möglichkeit hat, sich hinauszuschleichen.

Sicher habe ich bisher so einige Bücher, die mir vielleicht doch gefallen hätten, übergangen, weil mir der Klappentext so 08/15 klang. Andererseits glaube ich, daß die Bücher, die für mich Bedeutung auf irgendeine Art und Weise haben, ganz bequem und gemütlich in meiner Hand liegen bleiben und bei mir ein neues Zuhause finden.

Klappentexte sind wie Lebensläufe. Sie sagen irgendwas und nichts über einen Menschen aus. Jeden Leser spricht etwas anderes an – ein Wort, eine Formulierung oder eine Tatsache, die Erinnerungen und Interesse wecken.
Gedanken lesen kann ich nicht. Also schrieb ich kurz und knapp, was sich richtig anfühlte und hoffe, es spricht wenigstens einen anderen Menschen an.

Hinzukommt, daß ich ein Gärtner bin, was das Vorgehen beim Schreiben betrifft. Zwar steht der ungefähre Verlauf beider Geschichten und die zentralen Themen und Stimmungen in meinem Kopf, während des Schreibens ergeben sich allerdings so manch zusätzliche Stränge, die mich immer wieder selbst überraschen und das Konzept hoffentlich nicht (glaube ich auch nicht) komplett über den Haufen werfen und was anderes daraus basteln. Tag 10 des NaNoWriMo und ich habe ca. ein Viertel geschrieben – dazu demnächst auch ein oder mehr Beiträge -, doch wollte ich meine geliebten Projekte nicht länger nackig und unbeschrieben präsentieren.

Greta

 

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