Immer wenn ich am Ende des Tages meine geschriebene Wortzahl, ganz stolz auf mich selbst, eingetragen und mir meine Statistik angesehen habe, sah ich eine Zahl, die mich den Kopf schütteln lies. Am 26. November vor zwei Jahren hatte ich etwas über 5000 Wörter geschrieben – wie nur? Was war da paßiert? Und dann schrieb ich am Dienstag so vor mich hin. Näherte mich den 3000, den 4000, den 5000 und selbstverständlich wollte ich diesen kleinen, feinen Rekord knacken. Gesagt, getan. Ich fühlte mich gut – sehr viel geschafft, nicht nur die Wortzahl betreffend. Diese ist in diesem Monat natürlich ein Anreiz gewesen, doch war mir von Beginn an klar: diesen Monat starte & beende ich mein erstes Manuskript für Von Minze und Mut & Von Wölfen und Wut.

Ja, ich überlege zwischendurch krampfhaft, ob und welchen Übertitel diese beiden Geschichten erhalten sollen. Vielleicht trifft mich eine Idee beim nächsten Spaziergang. Gestern habe ich mich so wenig bewegt wie … monatelang nicht. Gegen 10:40 mit dem Schreiben begonnen, wurde der Quadratmeter zwischen Couchsitz und Fußboden davor für die nächsten 9 Stunden mein goldener Käfig. Die Pausen zum Bad und in die Küche für neuen Tee eingerechnet, aber auch aller 90 – 120 Minuten eine Pause, in denen ich ein paar Videos von Kristen Martin schaute. Ansonsten floß mir alles aus den Fingern, was genauso wenig wie ich darauf warten konnte, endlich zu Papier gebracht zu werden. Am frühen Abend fand ich manche Wörter und Beschreibungen schon etwas seltsam – kennt ihr das? Zu lange auf ein Wort gestarrt oder es aussprechend; irgendwann klingt es völlig abstrakt. Doch fehlten nur noch gut 3000 Wörter um die 50k zu erreichen. Außerdem – wenn ich weiterschrieb, würde ich dieses Kapitel fertigstellen und was ist schon zufriedenstellender als so ein runder Abschluß? 🙂

Ich kniete mittlerweile auf einer Decke vor meiner Couch, deren Sitzfläche glücklicherweise etwas härter ist, und schrieb mit den Unterarmen auf sie gestützt. In mir schrie gleichzeitig alles nach: Kapitel endlich zum Abschluß bringen und Bewegung. Bewegung! So interessant & wichtig & schön es war, mich für diesen Tag (nahezu) komplett dem Schreiben hinzugeben, wurde mir ebenso bewußt, wie wichtig Balance ist. Das gestern war mein letzter großer Sprint innerhalb des Marathons. Nun heißt es: erholen und zurück in die Balance.

Ein Gewinn kommt nie allein – weil man, ist man aufmerksam, so viel mehr über sich lernt auf dem Weg zum Ziel. Welches auch immer das sein mag. Der Weg zum Ziel hat so viel mehr zu bieten als nur das, was rechts und links von ihm blüht. Der Himmel ist ebenso wundervoll und ändert seine Farbe. Sich dann und wann auf einer Bank, ein paar Meter vom Weg entfernt niederzulaßen und all das zu genießen, ist mindestens genauso wichtig wie auf dem Weg zu bleiben.

Auch wenn ich einen Drang zu solchen Extremen habe, werde ich so einen Tag nicht allzu schnell wieder durchleben. Ich brauche Pausen – nicht nur solche, in denen ich nicht schreibe, sondern in völlig andere Welten eintauche: ein Spaziergang oder eine gute Trainingseinheit im Fitneßstudio. Körper und Geist wollen sich am Ende des Tages zufrieden ins Bett begeben. Das intensive, tagtägliche Schreiben befriedigt mich innerlich so ungemein und ich verstehe mehr und mehr, wieso es mich all die Jahre ganz insgeheim am Leben erhalten und angetrieben hat. Das gleiche gilt auch für Bewegung. Ob ich mich beim Hüfteschwingen zu Hause verausgabe oder in der Natur unterwegs bin oder mich von der Stimmung im Fitneßstudio mitreißen laße.

Was macht ihr um euren Körper und Geist bei Laune zu halten & beweglich zu bleiben?

Einen oder, wenn es mir sehr, sehr gut geht, zwei Tage auf einem Bein zu hüpfen, ist möglich, aber auf lange Sicht nicht gut. Egal, welcher Arbeit wir nachgehen – unser eigenes Wohlbefinden, rundum, sollte an erster Stelle stehen. Denn nur in Balance können wir unseren Weg bis zum Ende gehen (gibt es überhaupt ein Ende?) und ihn rundum genießen. 🙂

Greta

 

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