Dann sind sie eben schon … fertig. Bis Ende November, zum 30., wollte ich beide Manuskripte fertiggeschrieben haben und auch wenn das dank meines Urlaubs mehr als möglich war, war ich doch nicht wirklich auf der sicheren Seite.

Beide Geschichten sind so anders geworden als sie mir jetzt gut ein bis zwei Jahre im Kopf herumschwirrten. Das Skelett ist das gleiche und die Protagonisten ebenso. Doch haben beide Geschichten solch ein Eigenleben entwickelt, fast jeden Tag auf’s Neue, daß ich manchmal ein wenig erbost war. Ich hatte eine ungefähre Vorstellung, was ich am Tag schreiben und schaffen wollte. Wenn sich dann immer wieder drei neue Wege ergaben, manchmal sogar kurz vor’m (vermeintlichen) Ende, war das gar nicht lustig. Nicht, weil ich nicht weiterschreiben wollte oder keine Lust gehabt hätte, diese Wege zu gehen und zu entdeckten; herauszufinden, was meine Charaktere wollen. Eher weil ich gern plane und organisiere. Weil ich gern weiß, was kommt. Es beruhigt mich. Und auch wenn ich vom November 2016 schon wußte, daß ich mein Schreiben nicht planen kann, sondern Vertrauen haben und mich tragen laßen muß, habe ich dieses Jahr erst richtig gelernt, was genau das heißt.

Vor zwei Jahren habe ich kreuz und quer die Szenen geschrieben, die mir einfielen. Zu einer Idee, einem Projekt, das nunmehr unter dem Arbeitstitel Die Aurora-Chroniken ein erstes Zuhause gefunden hat. Also kein Manuskript in dem Sinne. Und jetzt, die letzten 28 Tage von Anfang bis Ende geschrieben zu haben, hat mir gezeigt, daß es sich genauso ergibt, wie es sich ergeben soll. Wie im echten Leben, könnte man meinen. 😉

Sicher. Manche Subplots liegen noch halb betrunken vom Vorabend kreuz und quer herum, genauso wie die Charaktere, die mich trotz aller Lebendigkeit mit einem etwas verwirrten Blick ansehen, weil sie nicht recht wissen, wer sie sind. Doch das, und noch ein bißchen mehr, sind alles Herausforderungen für’s neue Jahr. Das erste Manuskript muß schließlich nur existieren. Und darf so schlecht und chaotisch sein wie es nur will – es ist mein größter kleiner Schatz! Denn beide Geschichten sind aus meinem Kopf. Geschrieben. Ein fertiges Projekt.

Ein wenig komisch fühlt es sich an, daß manche Szenen nicht so geworden sind, wie ich es mir immer wieder ausgemalt habe – oder auch gar nicht erst auftauchen. Aber auch das ist okay. Und wer weiß, vielleicht denke ich mir bei der Korrektur, daß sie doch dazugehört. Heute freue ich mich, daß ich diesen Stapel vorerst zur Seite lege. Wenn auch nicht ganz. Denn mit der Korrektur kann ich meine Liebe zur Planung und Organisation blühen laßen und mir diesbezüglich schon Gedanken machen (schließlich wird von mir tagsüber tatsächlich erwartet, daß ich nicht nur meinen Leidenschaften nachgehe..) und zwei, drei bunte Ideen die Mundpropaganda (ja, ich mag das Wort Werbung so überhaupt nicht, denn es klingt so nach: ich drück dein Gesicht so lange da hinein bis du es nicht mehr aus deinem Kopf bekommst!) betreffend haben sich auch schon stolz präsentiert. 🙂

Hier die kalten Fakten:
Von Minze und Mut – 125 A5-Seiten, 32577 Wörter
Von Wölfen und Wut – 124 A5-Seiten, 38062 Wörter

Daß beide Geschichten nahezu gleichlang sind (bisher), ist mir ein amüsanter Zufall und wird sich hoffentlich nicht allzu arg ändern. Denn sie gehören zusammen, auch wenn sie in sich geschloßen sind und dementsprechend unterschiedliche Themen aufgreifen.

Doch genug. Fast.
Ich hatte ja überlegt, ihnen einen Übertitel zu geben, der nun auch steht:
Großstadtrotkäppchen
Und ja, die Assoziationen, die der Titel in dir weckt, sind nicht abwegig – dazu aber im nächsten Beitrag mehr. 🙂

Greta

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