Die ersten beiden Januarwochen sind so gut wie vorbei – und ebenso die erste Phase meiner Revision. So hilfreich und intereßant alle möglichen Erfahrungsberichte sind, die ich in den Tiefen des Webs bisher ausmachen konnte, laße ich mich auf mich selbst ein. Ich bahne mir den Weg durch den Wald – paßend zum Titel Großstadtrotkäppchen – während ich ihn gehe und das bereitet mir Freude.

Während der letzten 13 Tage habe ich nahezu täglich einen kleinen, immer ungefähr gleichgroßen Berg an Seiten gelesen (ca. 25) und Szene um Szene die Gliederung erstellt, die ich während des Schreibens im November irgendwann habe unter den Tisch fallen laßen. Jeden Tag war ich auf’s Neue aufgeregt, was mich mit den kommenden Seiten erwarten würde – weniger natürlich die Geschichte an sich als viel mehr wie ich was geschrieben hatte. Es mit diesem Abstand von einem Monat gelesen zu haben, war definitiv richtig so. Einige wundervolle Grundsteine sind gelegt, für die ich mich mit einem Schulterklopfen selbst gelobt habe und teils etwas erstaunt war. Gerade gewiße, dezente Momente an Vorahnungen – denn im November habe ich einfach nur geschrieben; relativ planlos. Außer, daß ich wußte, woher ich kam und wohin ich ungefähr wollte.

Nun ist diese erste Phase also geschafft. Die Gliederung steht. Ein guter Überblick, den ich derzeit noch auf eine kleine Pinnwand übertrage, da mir zum Einen das Basteln und zum Anderen das Visuelle unheimlich weiterhilft. Mich beschäftigt, frischen Wind hereinbringt und mir auch einfach Spaß macht.
Ein wenig graut es mir vor Phase II: Die Korrektur. Weil ich selbstverständlich auch hier noch keinerlei Erfahrung habe, wie ich optimal vorgehe. Doch genau das ist, was gleichzeitig so zauberhaft ist (man könnte meinen, wie im echten Leben): ich finde es heraus, während ich es mache. Manches wird nicht funktionieren, anderes dafür umgehend. Da fällt mir ein – bloß gut, daß ich das älteste Kind bin. Mir hat keiner vorgelebt, was ich besser wie nicht mache; welchen Weg ich gar nicht erst einschlagen brauche (sicher, verallgemeinert). Und ich habe das Gefühl, genau das wird mir meinen Allerwertesten retten. 😉 Nicht nur, daß ich ausprobieren und austesten muß, sondern daß ich genau das zu lieben gelernt habe.

Nebst stolzer und überraschender Momente gab es natürlich auch Minuten, in denen ich da saß und las und mich Satz für Satz fragte: hm, bitte?, was?, wer-wie… aaaahh. Satzstruktur und Formulierungen sind teilweise wichtiger als gedacht. Aber im Ernst. Im November habe ich mir diese Geschichte selbst erzählt und natürlich habe ich das beim Lesen gemerkt. So absurd mancher dieser Minuten waren und ich mich gefragt hab, was ich mir dabei gedacht hatte – alles, was das erste Manuskript können muß, ist, zu existieren. Und es darf (und wird immer) die schlechteste Version sein. Das erste Manuskript ist quasi das Nesthäkchen, um bei der Geschwistermetapher zu bleiben. 😉

Und selbst jetzt, nachdem ich gut 250 Seiten das erste Mal gelesen habe, fühlt es sich noch immer komisch an und ein wenig unglaublich. Wie ich im November für jeden Satz geschwitzt habe. Und nun lese ich es runter als hätte es jemand anderes geschrieben. Im Schreiben steckt so wahnsinnig viel mehr Arbeit als man sich selbst als Autor vorstellen kann. Oder geht es nur mir so? Vielleicht ist das je nach Projekt anders oder es ändert sich mit der Zeit? Wobei – ich hoffe nicht. Es ist ein wundervolle Schaffensprozeß und auch einer, an dem ich selbst wachse. Er darf mich ruhig immer wieder in Staunen und ein wenig Ungläubigkeit versetzen. Eben wie ein Kind.

 

Greta

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