Einfach anfangen. Meiner Ansicht nach gibt es keine Schreibblockade. Vielmehr ist es etwas, das wir uns Tag um Tag, den wir nicht schreiben, einreden. Ganz leise. Ganz tief in uns selbst. Tag um Tag – ich rede nicht von Balance. Natürlich gibt es Tage, an denen wir uns ganz anderen Intereßen widmen und aufladen. Ähnlich wie ein Spaziergang. Den Kopf befreien, etwas Neues sehen und entspannen.

Ich für meinen Teil habe meine Wohnung ziemlich gut und oft und lange aufgeräumt dieser Tage. Nicht, daß es mir an weiteren kleinen und großen Projekten mangelte, doch mein Herz strampelt und will wieder ans Werk. Und bevor es an seinen Schluchzern erstickt – trickse ich mich nun aus. Versuche es. Überfalle mich selbst. Ein wenig unbeholfen, doch es wirkt. Wie? Ich ernte, was ich während des NaNo gesät habe: Gewohnheiten. Verbindungen, die ich geschaffen habe während des tagtäglichen Schreibens. Konkret heißt das: Chai Tee mit einem Schluck (Pflanzen-)Milch. Ruhe (bis auf das Ticken meiner Wohnzimmeruhr) oder ein entspannendes Ambiencevideo (bspw. von Miracle Forest) im Hintergrund, eine Duftlampe anzünden, die mich mit zarter Bergamotte in der Nase kitzelt und der Wecker, den ich auf 10 Minuten stelle.
10 Minuten, in denen ich mich voll und ganz diesem einen, nächsten Absatz hingebe, der nach Überarbeitung schreit. Für mich sind es 10 Minuten. Für andere vielleicht nur 5 oder 20. Wenn der Wecker dann klingelt, schalte ich ihn ohne hinzusehen aus und bleibe dort, wo ich gerade war – in der kleinen, zarten Welt, die ich erschaffen habe.

Gut auch, daß ich mir einen doch recht straffen Zeitplan mit dem Frühsommer gesetzt habe. So sehr ich diese Arbeit liebe und sie brauche, beschleicht mich das Gefühl, daß es ewig dauern würde, hätte ich es nicht so gesteckt. Vermutlich ist es einfach die Vorstellung, vor diesem Berg an Worten, Sätzen und Seiten zu hocken, der erneut von vorn überarbeitet werden will. Denn vor wenigen Wochen hat es mich fast wie aus dem Nichts überfallen – Großstadtrotkäppchen. Die Verbindung zum Märchen war selbstverständlich schon gegeben, warum also nicht ausbauen? Keine Stunde später fand ich mich zum Märchen/Kunstmärchen recherchierend wieder und es hätte nicht klarer sein können.

Allzu große Veränderung werden beide Geschichten nicht erfahren. Nur unglaublich viele Details gehören hineingewoben. Zur Ergänzung, zum Schmücken und Verzieren. Und ich freu mich darauf. Genau so, wie ich Handarbeit genieße. Wenn ich an mein Tuch aus Muschelmuster denke, das ich vor wenigen Jahren gehäkelt habe… Verzweiflung pur, die ersten Reihen lang. Jedes Mal auf’s Neue das Muster nachschlagen, weil es wie eine neue Sprache war. Doch es wurde leichter und leichter. Besonders dann, als ich das Muster nach den ersten Reihen endlich erkennen konnte und verstand. Und völlig begeistert darüber war.

Die nächste Zeit werde ich mich also Seite um Seite fragen, was ich hier eigentlich tue. Warum, vor allen Dingen, ich das freiwillig mache; wie es soweit kommen konnte. Briefmarken zu sammeln scheint mir eine leichtere Leidenschaft – doch es ist, wie es ist.
Irgendwann wird der Punkt kommen, wenn ich auf den ersten Abschnitt zurückschaue, ihn lese und perplex bin, daß ich das erschaffen (und geschafft) habe und ich werde mich mit Begeisterung und ein wenig mehr Leichtigkeit in die nächsten Abschnitte stürzen.

So ein Projekt (und das trifft auf alle Arten Projekt zu) kann man nur Schritt für Schritt schaffen. Notwendig, daß man weiß, was man vorhat, wo man hin will. Wie beim Wandern. Ungünstig, wenn man sich mit FlipFlops im Gebirge wiederfindet, nicht wahr? 😉 Schritt für Schritt. Die Umgebung genießen. Die Anstrengung, so schweißtreibend sie ist, ist sie doch auch zuckersüß. Weil sie lebendig(er) macht.

Und mit dem Beitrag, der gefühlt etwas holprig und langsam in Fahrt gekommen ist, habe ich mich nebst Tee und erwähnten Kleinigkeiten wieder warmgeschrieben. Überarbeiten werde ich ihn aber nicht, wie immer. Denn er spiegelt wider, wie es in meinem Schreiballtag zugeht. Wie es in mir zugeht. Und das macht mein Schreiben aus.

Greta

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