Der nächste Blogbeitrag, wie auf IG angedeutet, macht diesem hier Platz, der wegen der Aktualität, und überhaupt, gerade wichtiger ist.

Vor gut drei Jahren habe ich am Morgen danach zu den US-Wahlen gelesen. Und mich gefragt, was nur los ist. Zwischenzeitlich sieht’s in Deutschland nicht entspannter aua, sondern ähnlich fragwürdig. Heut morgen überfliege ich die UK-Wahl. Guten Morgen, Mensch, du richtest dich selbst und alles um dich herum schneller zu Grunde als du es spüren kannst, hm?

Ich möchte vom Uniriesen schreien, wie idiotisch das alles ist. Ob wir denn nicht bitte mal aus unserer Geschichte lernen könnten. Doch dann fällt mir ein, wie schwer es ist, von sich selbst zu lernen. An sich selbst zu wachsen und Mitgefühl entgegenzubringen. Auch wenn es uns auf den ersten Blick leichter zu fallen scheint, uns um andere entsprechend zu kümmern und sorgen, holen uns unsere eigenen, inneren Konflikte doch irgendwann wieder ein und dann brennt die Luft. Vielleicht nur in Streichholzgröße, vielleicht in Regenwaldbrandgröße.

(Es ist halb 9 und auf der Straße schreit sich ein Kleinkind die Seele aus dem Leib. Wie passend.)

Ich glaube, es gibt verhältnismäßig wenige Menschen, die keinerlei Fasern Liebe und Mitgefühl, .. in sich tragen und die Welt brennen sehen wollen. Vielmehr glaube ich, daß wir unsere Wunden weitertragen, austauschen, füttern, Konflikte nicht lösen, und was nicht alles, weil wir zu bequem sind. Weil wir Veränderung fürchten. Weil das Kraft und Mut braucht. Die Art Kraft und Mut, die Böicke auf sich zieht. Auch Lächeln, aber zunächst Blicke. Wer Kraft und Mut aufbringt um Angst und Schrecken zu wecken, der bewirkt Ignoranz. Es wird weggesehen, viel zu oft. Doch wenn wir wir sind und das Feuer in uns entzünden und andere damit anstecken wollen, passiert zunächst viel Seltsames. Weil die Welt, die Menschheit, es nicht gewohnt ist. Nicht mehr erkennt, was da los ist, was das ist. Doch sie schauen hin. Weil sie irgendwl on sich wissen, es fühlen, daß da gerade etwas passiert oder sie etwas sehen, das sich richtig anfühlt. Davon wollen sie mehr sehen. Sonst würden sie doch wegsehen, nicht? Sonst würden sie ausblenden und sich in sich in andere Welten flüchten.

Das alles sind keine bemitleidenden Kopfstreichler für die, die diese politischen Kreuzchen setzen. Die diese Ansichten aus voller Brust brüllen oder sich einfach nicht anderweitig informieren, nachdenken wollen.

Es ist eine Erinnerung an jeden von uns, daß jeder von uns Konflikte in sich trägt, und viele Wunden. Daß jeder von uns anders damit umgeht. Weil er es so und so gelernt hat. Weil er es so und so als richtig empfindet. Weil er noch keinen anderen Weg gezeigt bekommen hat; ihm noch keiner die Angst genommen hat vor einem ruhigeren, friedlichen Weg (der ganz andere Kämpfe und Unruhen bereithält). Weil er sich nicht über andere Möglichkeiten informiert.

Es ist eine Erinnerung an jeden von uns, weiterhin – und noch mehr und noch furchtloser – wir selbst zu sein, unsere Wege zu gehen und vorzuleben, was es heißt, für die Welt zu denken, an morgen zu denken, an unser Umfeld zu denken, an die Konsequenzen unseres Handelns zu denken.

Sie wissen es nicht besser; aus den unterschiedlichsten Gründen. Zeigen wir ihnen, wie man auch sein und leben kann, indem wir uns von deren Wunden und zwecks Überleben eingeschalteter Ignoranz nicht einschüchtern lassen. Reagiert nicht gleich mit wallendem Blut und erhöhter Stimme. Das zeigt „nur“ unsere Verzweiflung. Reagiert mit Fragen. Warum? Wie, glauben sie, kann dieser Weg, der von Ignoranz geprägt ist, die Welt verbessern? Was wünschen sie sich eigentlich? Und wie wäre es mit dem Weg dort stattdessen? Klingt der nicht logischer?

Seit kurzem bin ich Brandschutzhelfer, doch ich wusste vorher schon: Feuer läßt sich nicht mit Feuer bekämpfen. Und ein brennendes Haus, nunja, von dem können wir uns traurigerweise aber getrost abwenden. Schauen wir lieber, ob es in der Nähe oder ganz woanders mögliche, kleine Brandherde gibt, die wir im Keim ersticken können. Oder sobald die ersten Flammen züngeln. Ja, danach ist aufräumen und saubermachen angesagt. Je nach Art des Feuerlöschers kann das dauern. Und dann fangen wir gefühlt von vorn an. Doch lieber so, als vor dem brennenden Haus zu stehen, oder?

Wie konnten wir wieder an einen solchen Punkt in der Gesellschaft gelangen? Ganz einfach, behaupte ich. Es wird seitens Wirtschaft und Politik gut waa dafür getan, daß uns der Fokus genommen. Nach den Kriegen wollte man, zurecht, aufatmen und das Leben wieder genießen. Doch irgendwo da sind wir hängengeblieben. Oder „hängengeblieben worden“. Die Trümmerfrauen hatten zwar die Steine weggeräumt, doch gab es Trümmerfrauen für unser Inneres?

Münder mit gefährlichem Halbwissen und einem schmierigen Grinsen mögen reagieren mit: klar, die New Age-Bewegung! Und ich reagiere mit einem Lächeln und sage: stimmt. Weil es nicht „new“ age ist, kein neuer Weg, sondern ein uralter. Aus einer Zeit, von der wir sicher nur bedingt wirklich gut was wissen, und die ebenso ihre Probleme hatte, aber wir wissen eins (oder können es erahnen weil wir es in uns fühlen): im Einklang zu leben, mit der Natur, mit uns selbst, in unseren engen Kreisen, tut uns gut.

Aber wir müssen der Veränderung, dem Streben nach einer ruhigeren, ausgeglicheneren Welt und Miteinander (und in uns selbst) auch keinen Namen geben – außerdem zeigt Sprachen und Dialekt ja schon, wie viele Worte und Zeichen es für ein und das Selbe gibt. Wichtiger ist, es zu leben. Aber wir müssen der Veränderung, dem Streben nach einer ruhigeren, ausgeglicheneren Welt und Miteinander (und in uns selbst) auch keinen Namen geben – außerdem zeigt Sprachen und Dialekt ja schon, wie viele Worte und Zeichen es für ein und das Selbe gibt. Wichtiger ist, es zu leben.

Wenn mir diese Tendenzen und Entwicklungen im Politischen etwas (noch) bewußt(er) gemacht haben – und da meide ich schon seit gut einem Jahrzehnt Nachrichten, und bin der Ansicht, daß alles zusammenhängt, wie innen so außen, wie oben so unten – dann, daß hier einerseits alles ganz schön den Bach runtergeht und die Menschheit sich vermutlich nur allzubald selbst ziemlich in Brand setzt und ich dadurch wirklich nichts zu verlieren habe, wenn ich mich so lebe, wie ich bin und für die Werte einstehe, einmal mehr, die ich fühle und meinen Weg gehe. Und außerdem sehe ich es nicht ein – was für mich nicht im Widerspruch zu m Realistischsein steht – die Hoffnung aufzugeben. Denn die stirbt zuletzt. Zu allerletzt. Zu allerallerletzt. Bis dahin bewirkt noch jeder Blick, jedes Wort, jede Umarmung, jeder Atemzug etwas.

Liebst,

Greta

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