Zeilen zum neuen Kalenderjahr erschlagen uns gerade alle, also, warum setz ich nicht auch noch welche drauf? Zumal sie gar nicht so die typischen sind, wie du jetzt vielleicht augenrollend seufzst.

Frisch verliebt. Frisch verliebt habe ich mich, u.a. dank meiner bewußten, zeitweiligen Abwesenheit im November und Dezember auf Instagram. und hinsichtlich des Schreibens. Ziemlich ironisch und paradox; hatte ich mich doch so auf den November gefreut – NaNo – um mich Hals über Kopf in die Welt meiner Aurora-Chroniken zu stürzen. Doch die Gesellschaft dort (sie sind mir gar nicht nur Charaktere) war ganz offenbar der Meinung: nein, Liebes, geh nochmal einen Schritt zurück, atme tief durch. Schau dich nochmal gut um, erkenne und verstehe.

Da standen sie also, schön aufgereiht und schickten mich zurück. Schon kurz vorher habe ich zwei sehr interessante Bücher gelesen, die wohl ihre verzögerte Wirkung zeigten. Wer schonmal selbstgebackene, spezielle Kekse genossen hat, der weiß. ( Besagte Bücher waren übrigens The War of Art und The Hero´s Journey ) Daß ich als Autor, als Schriftsteller, nicht von meinen Werken zu trennen bin, ist nicht zuletzt auch daran spürbar. Ich entwickele mich, und mit mir was auch immer ich schreibe. Nicht nur inhaltlich oder formal, auch ruhen meine Arbeiten, oder zumindest manche, wenn der dazugehörige Teil in mir ruht. So sehr ich produktiv sein wollte, war mir gleichzeitig bewußt, diese Zeit gerade genau so nehmen zu müssen (wollen), wie sie kam: ruhig, wie der Winter, etwas unterkühlt aber doch voller innerer Wärme und Gemütlichkeit.

Und ich habe erkannt und verstanden. Was mir gefehlt hat um so regelmäßig kreieren zu können wie ich wußte, daß ich kann. Was ich aussagen möchte mit all meinen Ideen und Werken, seien sie auf den ersten Blick auch noch so unterschiedlich.

/ so ein kleiner Stehschreibtisch ist äußerst praktisch und kann ich jedem nur empfehlen, der mit dem Gedanken spielt. Auch wenn er mich persönlich ablenkt, gerade wenn die Musik im Hintergrund läuft, die mich zu kurzen Tanzeinlagen auffordert. Einen schönen Stammplatz werde ich auch noch finden. Mein Wohnzimmer ist „leider“ mittlerweile recht gut ausgefüllt. /

Diesen einen Schreibtip („Lies. Lies, lies, lies., Viel. Am besten in deinem Genre.“) konnte ich lange nicht ausstehen. Schon gar nicht in meinem Genre. Da sitz ich doch nur da, bin mehr Autor als Leser und denke mir aller paar Seiten: verdammt. Sowas darf mir auch einfallen! (überhaupt kein Druck) wie kann ich da einfach lesen noch genießen, ganz zu schweigen vom Schreiben?

Was ich für mich herausgefunden habe – im November hatte ich mit ein paar Kolleginnen gesponnen, daß wir uns doch gegenseitig einfach mal ein Buch leihen, von dem wir denken, daß es gefallen könnte. Die Idee getrieben von meinem Vorhaben, endlich wieder regelmäßiger (und seien es 10 Minuten am Abend) zu lesen. Einfach weil es mir auch fehlte. – auch wenn es in den letzten Wochen noch nicht allabendlich war (seit einer Woche ist es das tatsächlich und… ach, ich schwärme gleich weiter), hat es doch langsam aber sicher etwas in mir bewegt. Ein Buch habe ich bekommen, dessen Vorläufer ich schon kannte und war gespannt auf ein richtiges Ende. Und erfreut, weil es eines dieser Bücher ist, das man wegatmet. Ein anderes habe ich heute erst beendet obwohl ich es ebenso hätte wegatmen können; war inhaltlich jedoch eeetwas kniffliger. Und es hatte einen Nobelpreis erhalten, was ich persönlich nur bedingt nachvollziehen kann. Und das wiederum war schön – denn, wenn er das so alles schreiben und in die Welt werfen kann und noch was bei rumkommt, na, hallo. Wieder weniger Druck. 😉 am dritten geliehenen Buch lese ich nun weiter. Wen meine Bücherstapel interessieren, kann gern mal auf lovelybooks vorbeischauen. Ist mir persönlich auch einfach eine Hilfe und Motivation, dranzubleiben. Wir kennen es ja alle mit den Gewohnheiten. Die ersten Tage, Wochen sind kritisch und dann ist´s schon fast wie Radfahren. Was das eigene Genre betrifft, da habe ich mich über die letzten Monaten in Form von Serien umgesehen. Auch wenn mir von der ersten Folge an schnell klar war: oh, wow, guck ich das wirklich weiter? Weil die schauspielerische Leistung nur sehr bedingt mitreißend war (zumindest in der Hinsicht, daß ich hätte abschalten können 😉 ) und die Geschichte an sich auch… eh, ja. ES gab natürlich eine, aber irgendwie… auf jeden Fall hat mich auch das ermutigt und Druck genommen. Es gibt eben sooo unglaublich viel Material da draußen. Davon habe ich mich zwar noch nie wirklich einschüchtern lassen (auch wenn ich gespannnt bin, was ich mir so Aktion zum Aufmerksammachen einfallen lassen werde), hat es unterstrichen, was ich in der Zeit für mich gelernt, neu gesehen habe:

Ich bin eine von vielen, aber nur ich bin ich. Meine Geschichten sind Geschichten unter vielen; aber doch ihre ganz eigenen.

In mich selbst (bzw meine Schreibarbeit, meine Kunst) habe ich mich auch wieder neu verliebt. Sie als das Geschenk (wieder-)erkannt, das sie ist. Das sie schon immer war und was sie sein kann, tja, das möchte ich nun endlich herausfinden. Trotz der Angst vor Erfolg. Und der Verantwortung, die mit all der Arbeit mir gegenüber einhergeht. Die ich noch gar nicht erfassen kann und egtl. auch nicht will.

Was ich will, ist, noch eine ganze Weile verliebt zu sein und zu schreiben. Zu kreieren, zu erschaffen.

/ und nun überkommen mich Streckgelüste… der Stehschreibtisch war eine sehr gute Anschaffung. Persönlich verliere ich bei zu langem Sitzen und vor allen Dingen auch beim Schreiben, wenn ich mich im Kopf eh verliere, relativ flink auch die Verbindung zu meinem Körper, rgendwie. Was sich auf Dauer wiederum schlecht auf das Schreiben auswirkt.. ich sag euch, dieses Jahr umarmen mich Fitneß- und Schreibwahn /

Was ich lange nicht geeschrieben habe, sind eortische Geschichten. Sie waren allerdings mein wirklich erster Ausflug in längere Geschichten; nicht mehr „nur“ Gedichte oder ellenlange e-Mails. Pausiert haben sie jetzt einige Zeit aus oben genanntem Grund. Mein Fokus lag woanders – was völlig in Ordnung war – und auch nach wie vor ist. Doch vor kurzem überkam es mich ein wenig, einfach weil ich wußte, wie ich solche Geschichten aus dem Ärmel schüttele, ohne, daß sie schlecht sind. Ganz im Gegenteil. Aufgefallen ist mir, nachdem ich mich also wieder habe dazu hinreißen lassen – ja, tatsächlich, mit anfänglichem Zögern, weil ich doch was anderes schreiben und erschaffen wollte und will! – daß mir ähnlcih wie beim Lesen die einfache, unschuldige Freude am Schreiben irgendwie abhanden gekommen war. Irgendwie… klar, ab dem Punkt, an dem ich wußte, wohin ich mit meiner Schreibarbeit will und um diese Ideen umzusetzen braucht es Pläne, sonst wird nichts, doch waren die Gedanken im Hintergrund wohl noch zu laut. „Schreib das nicht sooo, mensch, nee, du findest ein besseres Wort. Denk da nochmal drüber nach.“ und was nicht alles. Statt wirklich, wie bei besagten Kurzgeschichten, einfach drauflos zu schreiben und mich mit jedem Satz, mit jedem Absatz mehr in der jeweiligen Szene und Welt zu verlieren. Und erst kurz vor´m Ertrinken wieder aufzutauchen.

Oder, fällt mir eben auf, vielleicht hat sich die Freude auch so verabschiedet, weil ich zwischen dem, was ich schreibe, so unterschieden habe? Die jeweiligen Ideen und Geschichten so bewertet habe, wie die Gesellschaft uns erzieht in jeglicher Hinsicht? Daraus wird was, verfolg das weiter. Und das? Na, das ist nur Spaß, nee, das willst du ja nicht wirklich. Arbeite mal schön an dem Eigentlichen.

Doch was ist „das Eigentliche“ .. eigentlich? Das Eigentliche ist: schreib einfach. Mach einfach. Kreiere. Genieß, was du da tun kannst, was auch immer es ist. Lass es raus. Öffne dein Herz und lass deine Seele atmen. Kunst ist frei. war sie schon immer, wird sie immer bleiben. Sie rebelliert ganz von allein. Ich, jedenfalls, habe nicht wieder vor, sie in mir zu unterdrücken oder in verschiedenwichtige Schubladen zu stecken und sie zuzudrücken, wenn sie noch halb rausschaut – denn dann reiß ich dir den Kopf ab. Denkt nur an den armen Teddy von Mr Bean. Ganz im Ernst. All die Kunst, die aus uns fließt, wenn wir sie lassen, ist gleichwertig. Nieder mit dem Wertesystem, sowieso. Alles, was da rauswill, ist gleichwichtig. Was wir dann im Endeffekt draus machen und hier und da formen und ob und wie wir es dem Rest der Welt präsentieren, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Und ist nicht das Eigentliche.

Ach und, wieder so zu lesen hat mich mich wieder ganz anders in diese phantastischen Welten, wie groß oder klein sie auch sein mögen, verlieben lassen. Wenn andere Menschen sich nicht aufhhalten lassen zu erschaffen – ich mich auch nicht. Und du dich auch nicht. Und ob wir teilen, vor welchen Steinen wir zu stehen kommen, über welche wir stolpern oder ob wir leise und heimlich für uns kämpfen – keinem von uns fällt das alles zu oder leicht. Wir alle verfolgen da so wunderbare Ideen und eine wunderbare Sache… zu sein. Ohne Entschuldigung.

So, bevor mich gleich eine lange Runde Kniebeuge ablenken… soll es das für´s Erste gewesen sein.

2 GEdichtbände warten dieses Jahr also darauf, geboren zu werden. Und so fühlt es sich auch schon an. Wie schwanger sein. (Da hätten wir sie wieder, Anfang-Dreißigerin.., aber wir bewerten ja nicht mehr) Auch weil ich in/mit ihnen zwei für mich sehr wichtige Themen und so viele Erlebnisse ver- und bearbeite… und ja, auch meinen Debutroman schicke ich dieses Jahr auf seine Reise. Drillinge also; irgendwie. Wollte ich schon immer.

Und du – schreib, erschaffe, kreiere, lass es durch dich fließen. Ob für dich ganz allein oder geteilt mit wenigen, geteilt mit der Welt. Mach einfach! 🙂

Liebst,

Greta

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s