wohl doch ein Vorwort.

Noch möchte ich nicht zuviel vorwegnehmen, weil ich mit mir selbst noch auszumachen habe, welche Details ich zur Welt der Aurora-Chroniken vornweg preisgeben mag.

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Visionen & ihre Umsetzung

Visionen können so groß sein oder werden, daß wir sie aus den Augen verlieren; wenn auch nur für eine gewisse Zeit. Wollen wir das? Nein. Nicht mehr. Wenn es dir auch so geht.

Jeder, der einer Leidenschaft nachgeht, macht es nicht einfach so, nicht so nebenher. Wir leben sie, weil wir sie lieben, weil wir sie leben wollen und irgendwie auch müssen. Es ist uns auch Bedürfnis, wenn nicht gar Berufung.

Doch jede Vision hat es an sich, daß sie, steckt man erstmal bis zum Hals drin, unser Warum nimmt und es uns nachwirft. Sicher, wir vergessen unser Warum nicht komplett. Aber ist es nicht einfacher, wenn wir, bevor wir in diesen Sumpf springen (auch wenn der Sumpf ein nicht ganz so ruhiges, fließendes Bild ist wie kaltes Wasser – hier geht’s darum, wie es sich anfühlt und nicht, wie hübsch das Bild aussieht), überall Schilder aufstellen, auf die wir malen oder schreiben, warum wir uns hineinbegeben? Ob wirr und unsortiert, hauptsache Schilder, hautpsache Erinnerungen – oder in einer gewissen Reihenfolge, das hängt von jedem selbst ab weil Typsache.

Und sei unbesorgt. Da kein anderer diesen Sumpf weder sehen, noch spüren kann (zumindest nicht so wie du; wenn du wochenlang abtauchst um zu schreiben, an deiner Vision zu arbeiten, wird das der ein und andere schon spüren 😉 ), beschildere ihn wie und mit was du willst. Wenn du über irgendein Warum leise denkst: nee, das ist doch lächerlich, dann laß‘ dir gesagt sein: das ist dein Ego. Das wurde dir von unserer Gesellschaft so eingetrichtert und anerzogen. Nichts, das dich motiviert, das dich beim Erschaffen deiner Vision unterstützt, ist lächerlich!

Für Schreibatmosphäre läuft bei mir regelmäßig entweder die Filmmusik von Harry Potter oder Ambience (youtube ist eine Schatztruhe) zu/aus dieser Welt. Wahrscheinlich auch, weil es eine technikfreie Welt ist – das mochte ich schon immer sehr. Schon immer.. ha, als ich die Bücher damals verschlungen hab, war Technik noch lange nicht so vertreten wie heute, machen wir uns nichts vor. 😉 Aber ihr wißt. Wenn ich diese Musik oder die atmosphärischen Stücke höre, fühl ich diese Ruhe und das hilft mir ungemein. Seit ich in Schottland diesen Sommer auf dem letzten Campingplatz zwischen Meer und Highland-Ausläufern täglich den Zug habe vorbeifahren sehen & -hören, noch einmal intensiver. 🙂

Das findet jemand lächerlich? Bitte. Mir hilft es bei der Umsetzung meiner Vision. Jetzt, in diesem Moment, tue ich etwas für meine Zukunft, mein zukünftiges Ich, das mir dankbar sein wird. Oder sich selbst? Das ist ein anderes Thema. 😉

Sei es dir selbst wert, dich um dich, deine Zukunft zu kümmern und deine Vision/en zu verfolgen. Tu‘, was dich glücklich macht, was dir in schwierigeren Zeiten dabei hilft. Denn du bist es wert. Die Vision, die du hast, ist nicht umsonst an die haften geblieben. 🙂 Aber sie ist nicht nur schön, nein, sie kommt mit mindestens diesem einen Arschtritt: mach auch was aus ihr! 🙂

Wer mich sucht, ich bin im Ravenclaw-Gemeinschaftsraum. Ein Fenster ist offen, falls du eine Eule schicken magst.

Greta

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Widerstand – ja, aber nein.

Dank einer Erwähnung auf IG von Effi Lind bin ich vor Wochen schon auf das Buch The War of Art von Steven Pressfield aufmerksam geworden und habe es diese Woche angefangen zu lesen. Und auch wenn ich erst zur Hälfte durch bin – liest sich ziemlich flott, doch gen Ende der Arbeitswoche bin ich dann und wann etwas zu ausgebrannt – sind doch schon ein paar Worte notwendig.

Wunderbar. Lesen. Klare Empfehlung. Auch wenn ich mir im gleichen Atemzug denke: fällt unter besagten Widerstand, der genauso in uns ruht wie die Leidenschaft, der wir nachgehen, und in verschiedenen Kostümen auftritt (Selbstsabotage, Prokrastination, .. ) nicht auch, statt zu schreiben und schreiben und schreiben, das Buch weiterzulesen? 😉 Und, natürlich, erst noch einen Blogbeitrag zu all dem zu verfassen, bevor ic mich ins tatsächliche Schreiben stürze, setzt dem ganzen doch zwinkernd die Krone auf.

Widerstand – ja: der Widerstand, der sich gesellschaftlichen und politischen Bewegungen entgegenstellt um zu sagen: hackt´s?! Kürzlich waren hier bei mir in Sachsen Wahlen. Das Kopfschütteln habe ich beizeiten gestoppt sonst läge ich wohl noch mit Schleudertrauma dort. Wobei es natürlich gar nicht nur um das Ergebnis geht, das sich uns präsentiert, in Form einer oder gar mehrerer Parteien und was nicht allem. Wichtiger ist zu verstehen, daß es bei jedem selbst startet. Die Unzufriedenheit, die wir alle in uns tragen und die die verschiedensten und wildesten Ursachen hat. Ich konnte die Welt noch nie wirklich in ihren Kategorien sehen und verstehen. Für mich hat schon immer alles zusammengehangen. Und je älter ich werde und mit je mehr Themen bezüglich der eigenen Entwicklung ich mich auseinandersetze, je mehr ich für mich an Knoten löse, umso – umso was? Ich hab den Faden verloren. Wie gesagt. Dieses holistische Betrachen und Verstehen war schon immer in mir und da und fest. Natürlich ist es einfacher, alles für sich zu betrachten. Doch da alles irgendwie von Menschenhand geschaffen oder beeinflußt worde – geht es eben genau dort los. Wer seine Unzufriedenheit nicht hinterfragt, sie nicht zuzuordnen weiß, sie stattdessen füttert, dem wird´s nicht bessergehen. Wie auch? Der Wolf in uns wächst, den wir füttern. Wie es so schön heißt. Ganz doll runtergebrochen.

Widerstand ist da also durchaus wichtig, auch wenn ich mich kein politischer Mensch bin. TV seit 12 Jahren nicht mehr. Seit gut Hälfte der Zeit, wenn nicht länger, konsumiere ich auch keinerlei Nachrichten mehr, was diverse Gründe hat. Gibt es wirklichen, unabhängigen Journalismus noch? Ist nicht alles irgendwie beeinflußt? Schließlich geht´s im Endeffekt ums Geld. Jüngstes, bestes Beispiel ist unsere Regenwaldsituation. Mir brennt nach wie vor das Herz und ich möchte um mich kotzen. i don´t ask to pardon my french. Persönlich kann ich im Weltgeschehen nicht auf dem Laufenden bleiben und gleichzeitig daran arbeiten, die Welt zu verändern indem ich mein Licht nähre. Zumal das Weltgeschehen im Kern doch auch das gleiche bleibt: zu viel Krieg, zu viel Hungersnot und was nicht alles an gequirtler Scheiße, die wir dem Kapitalismus & unserer Konsumgesellschaft zu verdanken haben. Und dagegen ist, meiner Ansicht nach, nur wirklich von oben her etwas zu bewirken. Wir Menschen sind viel zu bequem (geworden). Veränderung ist unbequem und tut weh. Überdenken, sich neu arrangieren und anpassen. Im Grunde sind wir Erwachsenen doch nicht als ein großer Kindergarten, wenn es danach geht. Jeder quengelt so vor sich hin, wenn ihm was weggenommen wird und er wird kreativ im Zurückholen. Oder eben Ausrasten. Ja, da muss offenbar erst einer kommen und sagen, so, keine Plastetüten mehr. Und was nicht alles. Daß sich mit diesen Maßnahmen Zeit gelassen wird, auch kein Wunder. Weil Geld, klar.

Selbstverständlich glaube ich aber genauso, daß wir im Kleinen, jeder für sich, was anrichten können. Mehr und mehr denken ja drüber nach und ändern eins nach dem anderen. Auf die Masse gesehen rechnet sich das schon auch. Ich hatte es dann und wann ja schon geschrieben: der Kapitalismus ist die (oder unsere) Dystopie.

Wie bin ich jetzt nur so weit vom Thema abgekommen? Weil es mich beschäftigt. Und ja auch Inspiration für Die Aurora-Chroniken ist. Weil meine Kunst nur bedingt ein Ich-flüchte-in-diese-Welt wird. Weil ich keine heile Welten schreibe, die gerade so notwendig an etwas Substanziellem kratzen um nicht als leer abgestempelt werden zu können. So wenig die Themen, die mich beschäftigen, und die ich in meinen Geschichten bearbeite/verarbeite, für mich selbst leicht verdaulich sind, so soll es auch mei onem Leser ergehen. Mit liebevollem Lächeln und: Hand auf der Schulter. Du bist nicht allein. Zusammen schaffen wir das alles. Was auch immer „das alles“ beinhaltet und bedeutet.

Widerstand also auch, gerade auch, im Angesicht der Ignoranz. Ignoranz ist, wie ich mal gelesen habe, in unserem Zeitalter, unserer Gesellschaft, mit den Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, eine Wahl. Nun könnte jemand kommen und sagen: oh, aber na wenn du das Weltgeschehen nicht so verfolgst, ignorierst du ja. Ha!. – selber ha!, nein. Denn ich verstehe das Weltgeschehen. Ich weiß, was da draußen los ist. Weil das alles „nur“ im großen Stil passiert. Und woanders. All das, was vor meiner Haustüre im kleinen Rahmen passiert. Und mir selbst schon widerfahren ist. Ich weiß. Und ich arbeite täglich so gut ich kann daran, in meinem Umfeld Veränderung herbeizuführen. Augen, Köpfe und Herzen zu öffnen. Um mehr Seelen für den Widerstand zu gewinnen. Wer Nachrichten verfolgt, heißt noch lange nicht, daß er auch Gutes tut. Derjenige weiß dann zwar Bescheid – aber wer kennt sie nicht, all die Gespräche in Bahn oder unter Kollegen, die das alles auseinandernehmen und Ja, das ist schon schlecht!, Das kann so nicht weitergehen. Und dann wird Geld in die Süßigkeitenmaschine gestopft und man selbst mit der Droge schlechthin versorgt. Und das Licht angelassen, wenn man als letzter aus dem Raum geht. Und – ja. Außerdem… eigentlich geht es doch auch nicht ums mit dem Finger zeigen. Das löst nichts. Das verändert nichts. Das machen die, die sich nicht weniger hilflos fühlen als ich. Die, die aber doch lieber bequem bleiben statt im Kleinen, im Alltag anfangen zu handeln und etwas zu bewegen.

Oh, oh, da bekomme ich gerade während des Schreibens relativ elegant die Kurve, von der ich bis vor wenigen Minuten noch dachte: nö, das sieht nicht gut aus. Handbremse ziehen oder so:

Widerstand – (aber) nein: besagtes Buch also zu lesen, oder sich einfach auf die Suche zu begeben zu Stichworten wie Selbstsabotage und Wie durchbreche ich diesen Kreis?, oder so, und zu verstehen, zu lernen, was dieser Widerstand will, füttert mein Herz. Dieser Widerstand, der so uralt ist wie die Leidenschaft, die unsere Seelen antreibt, selbst, will nichts anderes als uns aufhalten. Und springt genau dann verdammt gern ein, wenn wir uns dem nähern, worin wir gut sind. Worin wir Erfolg haben können. Werden. Wenn wir uns denn nicht aufhalten und ablenken lassen. Schon bevor ich das Buch angefangen habe, war ich zart in diesem Thema drin, da ich mich u.a. mit meiner Essstörung noch dann und wann abgebe, streite und unterhalte und verstehen lerne. Bzw. habe ich erst vor wenigen Monaten für mich verstanden, daß diese Suchterkrankung einfach nur ein großer, fetter Batzen Widerstand ist. Wer kennt es nicht: „Morgen fange ich an mit xy“, „Wenn das ist, dann mach ich das und das.“, die Liste ist unendlich lang. Verbrenn sie. Und mach einfach.

Ja, klar, ich hab auch gern mal ein Tag (und gerade mit anstehendem Winterhalbjahr wird es dann und wann sehr gemütlich und verlockend), an dem ich eine Serie in Siebenmeilenstiefeln weiterschaue. Wie sich dieser Widerstand für dich genau anfühlt und wie er aussieht, weißt nur du, kannst nur du herausfinden. Solche Tage sind manchmal einfach notwendig und schön. Nicht jeder schreibt jeden Tag. Aus welchen Gründen auch immer. Das Entscheidende ist, das wir am Ende das Tages zufrieden im Bett liegen und sagen können: ich hab geschafft, was ich schaffen wollte. Ich habe mein für heute Bestes getan. Und wenn das bedeutet, daß du heute anders aufladen mußtest um morgen ordentlich etwas aufzuholen oder vorzuarbeiten oder oder – dann ist das so. Sei dir selbst gegenüber ehrlich. Alles andere interessiert nicht. Wir alle kämpfen so vor uns hin. Für jeden sieht es anders aus, fühlt es sich anders an. Du bist nicht allein. 🙂

Also merke: dich vom Widerstand an den richtigen Stellen und in den richtigen Momenten an die Hand nehmen und mitreißen lassen aber bloß nicht, wenn´s um deine Leidenschaft und Kunst geht. Diese Welt braucht dich und dein Licht! Laß dich nicht einschüchtern. Weder von Familienmitgliedern, noch von Freunden, schon gar nicht von irgendwelchen Halbstarken, die dich noch nichtmal wirklich kennen sondern im Grunde nur zu betrauern sind weil sie dein Licht sehen und neidisch sind, weil sie denken, sie haben die Kraft und den Mut nicht, sie selbst zu sein, so wie du. Und laß dich schon gar nicht von dem Widerstand einschüchtern, der in dir haust. Rauswerfen können wir ihn leider nicht. Am Ende zündet er da nur unseren schönen Garten an oder was auch immer ihm für Ideen kommen. Vielmehr müssen wir lernen, mit ihm zusammenzuleben. Lerne deinen Widerstand kennen. Wann oder wie er dich am Häufigsten überrascht und mit was er dich am Besten zu locken weiß. Und dann finde Mittel und Wege um ihn auszutricksen. Mir persönlich helfen dann und wann kurze Ausrufe, wenn ich merke: hmm, ich könnte mal erst noch saugen und dann noch das und ja, danach fang ich an – NEIN. Schluß. Aus. Das ist auch alles noch in einer Stunde da. Erstmal schreibe ich. Weil ich schreiben liebe. Weil ich vorankommen will. Weil ich noch was vorhabe. Weil ich was erreichen will. Und auch einfach weil ich stärker und toller und besser bin als der Widerstand in mir. Dann fängt er schon an zu schmollen und wird leiser.

oh, hat jemand Das Es, Kapitel II schon geschaut? Erinnert mich gerade an das Ende – ohne mehr dazu zu sagen. Fand ich schon im Kino total toll, die Szene. Die ganze Geschichte trägt eine wunderbare Botschaft in sich. Vielleicht der des Widerstands gar nicht so unähnlich, hm. Wie dem auch sei. Nun ist mein Tee alle und auch eigentlich alles gesagt. Auf einen neuen Tee und noch jeeeede Menge Worte, denn ich hinke hinterher.

Greta

Wie ich mich selbst inspiriere und warum es mir Angst macht

Natürlich ist es wundervoll, wenn ich Zeilen schreibe, die mir in den Sinn kommen und sich formen und wachsen und Gestalt annehmen, die mir drei Zeilen zuvor noch nicht einmal ansatzweise  durch den Kopf schwirrten.
Angst ist vielleicht nicht ganz das passende Wort… doch zu wissen, wenn ich ein, manchmal auch zwei oder erst drei Texte so vor mich hin schreibe und plötzlich bricht sich etwas Bahn, weil ein Bild entsteht oder eine Wortgruppe eins hervorruft, daß nicht mehr nur in einer handvoll Zeilen Platz findet, läßt mich das Schreiben manchmal gar nicht erst beginnen. Weil ich ganz leise in mir weiß: einmal die Feder gezückt und angesetzt, stehe ich mit beiden Beinen in der Ungewißheit.
Ungewißheit darüber, was gleich alles seinen Weg zu mir finden wird. So spannend und aufregend und abenteuerlich es zu großen Teilen genau deswegen ist, schreit irgendetwas nur allzu gern in mir: nee, jetz‘ nicht, echt. Ich wollte noch das tun und dies und jenes und – . Pff. Diese Stimme besteht sicher aus Ego, daß lieber in seiner Komfortzone bleibt und Ungewißheit ganz schlimm findet, sowie Perfektionismus, dem das alles schnell über die Ohren wächst und lieber vorbereitet und von Beginn an sortiert ist und dem inneren Kritiker, der nichts zu befürchten hat, wenn nicht geschrieben wird. Logisch.
Zum Kuckuck mit all denen! Dann verliere ich mich eben die nächsten Stunden in Texten oder in einem großen. Und? Alles, was noch auf der Tagesliste steht, findet trotzdem seine Zeit. Aus verschiedenen Gründen ist die Abenteurerin in mir jedoch wacher denn je und klatscht in diesen Momenten leise jauchzend in die Hände.
Ich mag mich nicht länger zurückhalten, wenn es darum geht, meine Kunst zu leben. All die Gedanken, Empfindungen und Ideen aufzuschreiben, erstmal festzuhalten. Bequemlichkeit ist ebenso der Tod des Erschaffens wie Perfektionismus. Ich mag diese Momente nicht länger runterschlucken und aussitzen, nur weil ich nicht weiß, was alles auf mich niederregnen wird, wenn ich den ersten Tropfen entgegenlächle. Wie langweilig.

Die Blätterstapel mit Notizen und Kritzeleien sollen weiter wachsen. Einfach schreiben. Einfach machen. Nur so habe ich mehr und mehr Material und kann Wundervolles erschaffen. Nur so fühle ich mich am Ende des Tages wirklich glücklich und zufrieden. Wenn ich weiß, ich habe mich nicht zurückgehalten; mich nicht zurückhalten lassen.
Es spielt sicher auch die gesellschaftliche Konditionierung eine Rolle: die Zeit zunächst mit praktischeren Dingen nutzen. Dann das Vergnügen. Dann die Kunst. Doch die Kunst ist nicht einfach nur Zierde – war sie das je? Die Kunst, empfinde ich, ist vielmehr ein Bedürfnis. Wie sonst könnte ich mich am Ende des Tages unbefriedigt fühlen, wenn ich weiß, ich war kaum bis gar nicht kreativ?

Und es sind nicht nur Wortgruppen oder Bilder, die wachsen, umso mehr Worte ich ihnen zugestehe. Ein Bild ruft ein ganz anderes hervor. Eine Geschichte versteckt in irgendeiner staubigen Ecke viel zu oft Gedanken und Ideen für eine völlig andere.
Genau das nährt zwar das Gefühl des Überranntwordenseins und neckt mein „aber das mag ich gleich irgendwie ordnen, sonst wächst es mir über den Kopf und ah“. Wobei ich ganz genau weiß, daß auch wieder Stunden kommen, in denen ich so richtig Lust habe, zu sortieren und mich nichts ablenken kann. Mich nichts, was ich überfliege, in dem Moment inspiriert.

Nicht zuletzt ist es doch auch so: ich gehe meinen eigenen Weg. Viele andere gehen ihn auch. Von außen sehen sie sich hier und da ähnlich, vielleicht, was das Gelände oder Flora und Fauna betrifft. Dennoch sind es alles Trampelpfade, die mit jedem Schritt, den wir setzen, entstehen. Wie kann ich, wie können wir, vorher wissen, was auf mich zukommt? Was ich brauche um damit fertigzuwerden? Also vertraue ich darauf, daß ich zu jeder Zeit alles habe, was ich brauche. Und was mir fehlt, brauche ich auch nicht. Mal abgesehen von Utensilien zum Schreiben, aber wollen wir mal nicht kleinlich werden. 😉

Inspiration wartet nicht. Sie ist da, wenn sie da ist. Sich von ihr mitreißen zu lassen, wie auch immer es für dich aussieht, ist mutig! Sie macht so viel mit uns. So vieles, das wir oft erst im Nachhinein verstehen und, wer hätte es gedacht, noch einmal aus diesem Brunnen schöpfen. Ein Brunnen, habe ich den Eindruck, der statt leerzulaufen überläuft. Je mehr, umso besser – denn dann fällt das Teilen mit anderen leichter. 🙂

Greta

Die Ungewißheit

sie nährt sich an der zarten, leisen Angst, die in mir aufkeimt; jedes Mal, wenn ich beginne zu schreiben. Okay, Angst ist ein zu schweres Wort dafür, aber vielleicht weißt du, was ich meine. Auch wenn ich ganz gut weiß, was ungefähr alles in meine Geschichte soll (die Eckdaten auf jeden Fall), so ergibt sich das Meiste doch während des Schreibens. Was keineswegs schlimm ist, sondern den Zauber gar ausmacht.

Diese Formulierung, fällt mir eben auf, ist auch irgendwie putzig. Das macht den Zauber aus. Wortwörtlich bedeutet es doch, daß der Zauber dann nicht mehr ist, nicht mehr scheint, doch der übertragene Sinn entspricht dem Gegenteil. Nungut. Deutsche Sprache.

Auch wenn ich weiß, daß sich alle Antworten auf meine Fragen während des (kreativen) Schreibens ergeben, zögere ich, zu starten. Immer wieder. Warum? Ich möchte mich an den Schultern packen und schütteln. 😉 Dieser Tage tue ich mein Bestes und schreibe einfach. Sonntag verlief schon sehr fein und hat mir ein paar ganz andere Fragen beantwortet, zart zumindest. Eine Ahnung über das verstreut, was vor sich geht. Fragen, von denen ich noch gat nicht wußte, daß ich sie hatte. Genau solche Momente sind es, die ich mit jeder Schreibstunde stärke und das Zögern zerschlage.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, ob euch das Schreiben auch persönlich so fordert? Euch eure Schwächen (oder nennen wir sie Herausforderungen) einmal mehr vor Augen führt? Die Talente, die man hat, kommen eben nicht umsonst. Trotz daß sie sich leicht und fluffig anfühlen. Größtenteils. Alles hat seinen Preis. Das in sich zu nähren, was man mag, als Berufung fühlt, lockt logischerweise Wesen aus dem Keller, die das nicht so toll finden und sich Beachtung wünschen.

Weil das Schreiben für mich so funktioniert wie es funktioniert, verstehe ich mich (zumindest bezüglich meiner Romanarbeiten) als eine Art Medium. Daß ich Mitspracherecht habe bei den Geschichten, empfinde ich nur als bedingt so. Natürlich überlege ich mir Namen und Äußerlichkeiten, Charaktereigenschaften und was nicht alles. Nicht zuletzt weil ich Metapher und Symbolisches so sehr mag. Doch sitze ich nicht da, habe verschiedene Punkte vor mir und wähle aus wie damals die Farben für meine Wohnung. Vielmehr war einfach irgendwann klar (entweder unterwegs, wie eine Erinnerung an den Namen eines alten Klassenkameraden) oder während des Schreibens: ach, so heißt sie. Und oh, okay, das zählt mit zu seinem Charakter?, geht klar.

Das bezieht sich ganz stark auf meine Aurora-Chroniken. Das Projek Seelenschwestern basiert teils auf eigenen Erfahrungen, wird aber definitiv ähnlich ablaufen, was Wendungen usw. betrifft. Beim Großstadtrotkäppchen habe ich das ja schon sehr stark zu spüren bekommen – das erfährt derzeit eine weitere Überarbeitung, wenn auch mehr struktureller Natur. Alles aber so Dinge, bei denen ich gern mal heimlich die Augen verdrehe. 😉 Kann es nicht einfach soundso sein? Nein, kann es nicht. Dann wäre es nicht mein Weg, meine Arbeit, meine ganz spezielle Herausforderung. Das ist es, was sie für mich ausmacht und was ich mit euch teilen kann. Jeder arbeitet anders, jeder empfindet es anders, erlebt es anders und das macht es zusätzlich so wundervoll.

Mich der Geschichte also einfach hingeben und lesen, wohin mich das Schreiben führt – daran arbeite ich und gebe mir größte Mühe, diesem Prozeß besser zu vertrauen. Ironisch, ein wenig, weil ich in so viele/s intuitiv vertraue und dann gibt es Punkte wie diesen… da wundere ich mich selbst, warum ich nicht auch da einfach so vertraue. Hach, ja.

Worin ich aber schon vertraue, ist, daß sich mit der Zeit ein Muster ergeben wird, das es mir leichter machen wird. Das ist, was ich weiß, ohne es näher beschreiben zu können. Wer weiß, wann ich es hier erneut aufgreife. 😉

Frohes Schreiben! 🙂

Greta

spilling the t

Der April und Camp NaNo startetn wundervoll. Die Korrektur meines Großstadtrotkäppchens nahm seinen Lauf; an sich zufriedenstellend. Gleichzeitig wollte sich ein Zwicken in meinem Bauch jedoch nicht recht verabschieden. Ganz im Gegenteil.

Und weil man Tee nicht in aller Seelenruhe verkippt: als Debutroman für Frühsommer angekündigt, wird Großstadtrokäppchen so nicht veröffentlicht.
Verbrennen werde ich diese Geschichte aber auch nicht, doch die Funken, die zu Beginn sprühten, sind nicht mehr. Teilen möchte und werde ich diese Geschichte auf jeden Fall. Vielleicht später als Roman. Vielleicht in Form von Blogbeiträgen. Nicht (mehr) jedoch als mein Debut. Vielleicht bin ich dieser Geschichte in dem Sinne entwachsen, daß ich sie zunächst nur für mich habe nieder- und zu Ende schreiben müßen um nun festzustellen, daß ich mich einem meiner andere Projekte widmen mag, die die Glut in mir wieder zu Feuer entfacht mir nur wenigen Gedanken, Tagträumen und Unterhaltungen.

Aus Prinzip weiterverfolgen, jetzt, so, wie gedacht und angekündigt? Könnte ich, sicher. Allerdings wäre es genau das Vorgehen, das mich in der Schule, später im Studium und dann in der kreativen Ausbildung dezent entnervt hat: von Anfang bis Ende diesen Weg entlanglaufen. Schon die letzten Wochen, wenn mich Tagträume zu den Aurora-Chroniken eingeholt haben und ich mir gesagt habe: nein, wenn ich in die Welt meinen ersten richtigen Schritt setze, war’s das. Da komm ich nicht mehr raus um etwas anderes wirklich mit Herzblut zu schreiben, abgesehen von kurzen Texten und Gedichten. Ist das nicht aber kreativer Selbstmord? Warum, in aller Welt, sollte ich mir das freiwillig antun?

Ich selbst kann in jeder Hinsicht nur wachsen, wenn ich verfolge, was mein Herz mir vorgibt. Ich bin selbst ein Großstadtrotkäppchen – und bahne mir meinen Weg durch den Wald, wie mir ist. Und vielleicht brauche ich nur zwei, drei Monate etwas anderes vor der Nase und komme schon dann umgehend zu dieser Geschichte zurück und die Funken fliegen wieder? Das finde ich nur heraus, wenn ich mich auf den Weg einlaße, auf den ich irgendwie gestolpert bin.

Die Ironie lauert in der Ecke: wenn Rotkäppchen brav ihren Weg gegangen wäre und sich nicht vom Wolf hätte auf die Blumenwiese führen und ablenken lassen, wäre ihre Großmutter nichts paßiert. Doch: sie hätte auch keine schöne Zeit inmitten dieser Blumenwiese gehabt. Sie hätte nicht gelernt, wie sie künftig mit Gefahren umgehen wird und – eine meiner Interpretationen: wenn die Großmutter das zukünftige Ich des Rotkäppchens selbst ist, hat der Wolf vielleicht etwas Gutes bewirkt, weil diese Version ihrer Selbst eine gelangweilte, aalglatte ist, die von keinerlei Abenteuern berichten kann?

Nichtsdestotrotz werde ich 2019 als mein Debutjahr in der Epik nicht streichen. Kopfüber stürze ich mich in die anderen Projekte, die es sich auf meinem Schreibtisch bequem gemacht haben und ich bin gespannt, wohin mich diese Entscheidung treiben wird und welche Blumenwiesen ich entdecken werde. 🙂

Kennst du solche Entscheidungen oder Gedanken? Wie gehst du für dich damit um?

Greta

 

Nische – und verkriechen

Oft spielt das Leben ja so. Man schaut kurz nicht hin oder ist einerseits schon bei der Sache aber doch nicht wirklich und schon kann ich nicht mehr sagen, wie genau ich darauf gestoßen bin: Solarpunk. Was jedoch viel wichtiger ist, ist, daß mir sehr warm ums Herz wurde. Nicht nur, weil ich für mich mit meiner Lebenseinstellung, meiner Sicht auf die Dinge und meinem Verständnis eine Nische und Namen gefunden habe, der es leichter macht, mehr rauszuholen und zu lernen. Meine Aurora-Chroniken, die zwar noch Quark im Schaufenster sind, haben ebenso ein Zuhause gefunden. Das finde ich alles auf so vielen Ebenen wunderbar, daß ich gar nicht recht weiß, wo anfangen.

Es kommt selbstverständlich der Vermarktung zugute und wird die Leser finden, die sich auf irgendeine Art und Weise darin wiederfinden können und Inspiration finden. Zuspruch und Mut. Was nicht alles noch. Sondern lenkt die Leser, die, wie ich bis gestern, noch nichts von Solarpunk gehört haben, in die Richtung, die mir einzig mögliche scheint, um zum Einen das Überleben der Menschheit zu sichern (was in meinen Augen aber nur bedingt wichtig ist) und zum Anderen das Töten unseres Planetens unterbindet. Wobei ich auch glaube, daß die Erde durchaus in der Lage ist, noch eine Plage heraufzubeschwören, die ordentlich was anrichtet. Ich meine, unsere bekannten Zivilisationskrankheiten wie Krebs, … sind schon gut unterwegs, doch unsere Medizin (auch wenn die Schulmedizin lieber krank macht um Geld zu scheffeln) hält gut dagegen. Lebensverlängernde Maßnahmen und was nicht alles.

Und bevor du jetzt groß aufschreist, den Kopf schüttelst und mich mit allen Möglichen Themen und Argumenten bewirfst – das alles ist ein riesengroßes Thema, das ich in wenigen Absätzen logischerweise nur anreißen kann; das selbst an einem gemütlichen Abend bei Kerzenschein und Tee nicht ausreichend diskutiert, philosophiert und beschwiegen werden kann. Persönliche Erfahrungen mit den bescheidenen Krankheiten habe ich auch. Und ich bin mir selbst noch nicht sicher, wie genau ich zu lebenserhaltenden Maßnahmen, Organspende, … stehe. Ich würde definitiv nicht am Leben bleiben wollen, wenn ich nach was auch immer nur noch Gemüse wäre. Oder mich nicht mehr von A bis wenigstens U selbst um mich kümmern könnte. Es ist wunderbar, was die Medizin mit den Jahrhunderten geschafft hat und begeistert mich immer wieder, wenn ich mir vorstelle, wie viele Menschen in der Zeit Versuchskaninchen waren und an den mittlerweile banalsten Verletzungen uä gestorben sind. Oder anderweitig leiden mußten. Das ganze ist für mich ein sehr zweischneidiges Schwert. Und ich komme etwas vom Weg ab. 😉

Tatsache ist (ich spreche natürlich von mir): der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung. Sicher, faszinierend, was unsere Körper können, doch wie blöd, daß wir nicht nur unsere eigenen Umweltbedingungen zerstören, sondern gleich die aller anderen Spezies mit? Wegen sozialer Anerkennung? Wegen eines Papiersystems, das ich nach wie vor auch nicht wirklich verstehe? Absurd. Völlig.

Ja, Veränderung ist anstrengend und tut weh. Wann hast du das letzte Mal eine nicht ganz so tolle Gewohnheit abgelegt? Oder eine, zwei, drei neue eingearbeitet in deinen Alltag? Wie lange hat das gedauert? Oder wieviele Anläufe hast du gebraucht? Genau. Und da geht´s noch nichtmal um wirklich einschneidende Veränderungen, nicht wahr? Vermutlich mehr das Übliche (nicht weniger wichtige): mehr Bewegung, Zahnseide täglich nutzen, 10 Minuten am Tag meditieren, nur noch 1 Stunde TV schauen, .. aber, gib nicht auf. Egal, was es ist, mach weiter. Und wenn es der dritte Anlauf ist. Wobei ich auf meinen Reisen festgestellt habe, daß sich manch kleinere Gewohnheiten entweder einfach gut verbinden laßen und ich sie daher ziemlich gewieft einbauen kann, oder mich ein sehr viel größerer, ernster Beweggrund bei Laune hält.

Und zählt da die Welt retten nicht mit drunter? Nur weil es uns noch nicht oder nicht direkt betrifft, heißt es nicht, daß wir noch nichts tun sollten. Das Überleben der Menschheit ist für mich persönlich nur bedingt Antrieb. Mir geht es vielmehr um die Erde und was wir aus so hirnrißigen Möchtegern-Gründen mit ihr machen. Und spiegelt es nicht auch wieder, wie wir mit uns selbst umgehen? Was wir uns selbst wert sind? Wie wir miteinander umgehen? Wo ist die Liebe hin? Sicher, es gibt genügend Gegenwind zu all dem und dank der Vernetzung bin ich auf so einige intereßante Menschen und Themen – und nicht zuletzt Solarpunk – gestoßen. Doch verkriechen wir uns nicht länger hinter unseren Bildschirmen. Im Alltag mutig das Leben, was wir leben wollen. Wie wir leben wollen. Die Welt retten fängt bei uns selbst an. Rette dich, deine Gesundheit (psychisch wie physisch). Unterstütze deine Mitmenschen, steck sie an, bleib standhaft. Wind stärkt die Wurzeln der Bäume. Nehmen wir uns, wie so oft, also ein Beispiel an der Natur! 🙂

Okay, die Kurve gut bekommen, denke ich. Ich habe keinen Führerschein. Die Aurora-Chroniken wird mir ihren drei Erzählsträngen definitiv nach wie vor mit einer ihren Schwerpunkt auf der Apokalypse behalten. Solarpunk scheint in der Literatur, wobei es darüber noch nicht allzu viel gibt, was aber auch spannend ist, wie ich finde, natürlich weiterhin einen guten technischen Teil beizubehalten. Und viele Menschen. Wobei es für jedes Genre ja keine absolut klar gezogenen Grenzen gibt und wir die Geschichten erzählen, die wir erzählen wollen. Ein Erzählstrang wird also verfolgen, wie eine Gruppe Gleichgesinnter weltweit die Apokalypse via eines Virus´plant. Es wird spannend, anstrengend, heftig und abartig. Genügend Bilder haben sich mir dahignehend schon offenbart. Ich mag die Dystopien, die ja mittlerweile in manchen Filmen und Serien dargestellt werden, wobei es mir oft an Greifbarkeit fehlte. An ganz trivialen Hintergründen, Informationen und alltäglichem Geschehen. Darauf lege ich definitiv einen weiteren Schwerpunkt, sobald Stunde Null gekommen ist. Dieser Erzählstrang wird unglaublich intereßant, weil recht einsam (ohne zu viel zu verraten) und Stichwort Traumaverarbeitung. Was ich persönlich im verhältnismäßig kleinen Rahmen kenne, durchlebt habe bzw durchlebe, ist zwar kein Vergleich, jedoch ein guter Ansatzpunkt. Eine Ahnung. Ja, ein sehr vielschichtiges Thema, da jeder Trauma anders verarbeitet und es daher nur bedingt griffig ist. Doch es ist höchste Zeit für mehr solcher Geschichten. Der dritte Erzählstrang verfolgt einige Personen der siebten Generation. Vor wenigen Monaten noch kam mir irgendwie „Die elfte Generation“, doch – amüsante Geschichte zwischendurch: vor einer Woche habe ich mich damit vergnügt, einige Namen (geplant 160) für verschiedene Stammbäume rauszusuchen. Das sind viele Namen, ja. Auch wenn ich zwischendurch fand, daß nicht jede Person bekannt sein muß (zumal diese Stammbäume zum Großteil vermutlich „nur“ Hintergrundarbeit für mich würden), hab ich es irgendwann auf sieben Generationen begrenzt. Und aus irgendeinem Grund, achja, mich hat intereßiert, welchen Zeitraum die ausmachen. Denn der dritte Erzählstrang muß ausreichend genug in der Zukunft liegen, daß sich eine neue Gemeinschaft und Gesellschaft hat entwickeln können. Sowas paßiert ja auch nicht in 50 Jahren. Bei der Sucheingabe stieß ich dann darauf, daß es im nativen amerikanischen Glauben heißt, Familientrauma lösen sich nach sieben Generation. Oder können. Man muß schon selbst was dafür tun, ohne Frage. Wie das Leben also so spielt. Das paßte wunderbar. Das als kleiner Ausflug in den Recherchealltag bzw. was unterwegs so paßiert. 😉

Was jetzt insgesamt recht düster und schwer klingen mag, wird abgefangen von einger guten Portion Spiritualität und zarten, übernatürlichen Fähigkeiten und einem Alltag, der im Einklang mit der Natur und ihren Rhythmen, ihren Kräften gelebt wird. Das ist nicht nur ein großer Part, den ich an den postapokalyptischen Geschichten, die ich verfolgt habe, mag, sondern für mich abseits des Bildschirms liebe. Diese Rhytmen bewußt wahrzunehmen und mich mit ihnen zu bewegen, mit ihnen zu gehen, zu lernen und zu wachsen, ist so erdend und beruhigend. Vielleicht ist das auch ein Punkt, der die Gesellschaft an den Punkt gebracht hat, an dem sie nun ist. Sie hat sich mehr und mehr zurückgezogen aus der Natur (wenn auch zunächst nicht bewußt bzw aus praktischen Gründen, siehe Industrialisierung, verschwommene Erinnerungen aus dem Geschichte-LK kommen mir in den Sinn, wie viele wegen Arbeit in Fabriknähe ziehen bzw irgendwie so Städte entstanden sind) und so die Verbindung gelockert, fast gelöst. Bis die Folgen auf sie zurückfallen, vergingen nun gerade so 200 Jahre. Wobei ja schon Anfang, Mitte des letzten jahrhunderts einigen klar war, was auf uns zukommen würde, wenn wir so weitermachen. Aber… da es keinen noch so wirklich betroffen hat – sind wir nun hier.

Wenn ich solche Themen in Unterhaltungen anschneide, bekomme ich nur zu oft zu hören, wie pessimistisch ich doch sei. Was A überhaupt gar nicht der Fall ist, ich könnte nicht optimistischer sein, aber gut, das ist dann dem (nicht so guten) Kennen zuzuschreiben 😉 , B sehe ich einfach realistisch, das Große Ganze zu sehen und zu verstehen, all die Zusammenhänge, war mir schon immer Fluch und Segen, denn viele, viele Jahre ging es mit sehr viel (Welt)Schmerz einher, den ich versucht habe zu betäuben und daraus folgt C daß mir eben keine Dystopie in den Sinn kam sondern eine Utopie – sagt das nicht alles? Ich weiß nun also einmal mehr, warum ich hier bin, warum ich schreibe, warum ich das schreibe, was ich schreibe, warum ich diese schmerzvollen Jahre überlebt habe (überleben wollte).

Das zur Nische, die hoffentlich zur Ecke wird und dann zum Raum, zum Haus, zum Anwesen, zum Königreich. 😉

Und verkriechen? Auf Instagram sicher schon mitbekommen: Camp NaNoWriMo steht vor der Tür. Es wird mein erster Camp-Monat und ich freu mich unheimlich drauf. Auch wenn mich in den Gruppen, die es im Forum so gibt, nicht weiter beteiligen werde, weil ich mich ausschließlich auf meinen Fortschritt konzentriere, beflügelt und motiviert und bestärkt mich doch das Wissen, daß diese 30 Tage so viele andere Menschen weltweit ähnlich Priorität setzen. Auch wenn mein Ziel ist, die übrigen ca 200 Seiten zu korrigieren, bietet Camp NaNo im Gegensatz zum NaNoWriMo die Möglichkeit, ua die Stundenanzahl, die man investieren möchte, zu verfolgen statt der Wortzahl. Hm, vielleicht gehe ich auch nach Seitenzahl.. oh, die Entscheidung hat bald zu fallen. So oder so. Ich werde mich verkriechen, in die Geschichte meines Großstadtrotkäppchens und sie beenden, sodaß im Mai und Anfang Juni „nur noch“ Feinschliff ansteht. Mein Zeitplan ist straff? Dem widerspreche ich nicht. 😀 Doch wer kennt es nicht. Die ersten 10 Minuten überwunden, verliere ich mich bestenfalls stundenlang. Vielleicht gebe ich einen Zwischenstand ab, vielleicht nicht. Ihr werdet es mitbekommen. 🙂

Praktischerweise habe ich die letzte April-/erste Maiwoche auch Urlaub um all das zu einem runden Abschluß zu bringen und kurz durchzuatmen.

Greta

(K)ein Pseudonym

Es gibt die verschiedensten Gründe, warum wir Pseudonyme wählen. Meine mag ich kurz näher beleuchten:

„Natürlich“ eines und doch keines. Denn die Namen, die mir zu Geburt gegebn wurden, gegeben waren, sind genau das. Etwas von Außen. Namen, die sich zwar nicht falsch anfühlen, mit denen ich, logischerweise, vertraut bin und die mir etwas Erstes auf den Weg gegeben haben. Dennoch.

Mein gewähltes Pseudonym ist viel mehr Alter Ego – das Ich, das meine Berufung in sich trägt. Ein Vorname, der sich auch in meinem gegebenen versteckt und ein Nachname, der sich im Stammbaum wiederfindet.

„Natürlich“ schreibe ich nicht unter dem Namen, unter dem mich jeder Bekannte findet. Weil es nicht jeder so einfach haben soll. Stattdessen habe ich mir, die ihr Herz auf’s Papier bluten läßt, selbst einen Namen gegeben. Und kann mich daher manchmal weit mehr mit diesem identifzieren als mit meinem Gegebenen.

Greta