Wie ich mich selbst inspiriere und warum es mir Angst macht

Natürlich ist es wundervoll, wenn ich Zeilen schreibe, die mir in den Sinn kommen und sich formen und wachsen und Gestalt annehmen, die mir drei Zeilen zuvor noch nicht einmal ansatzweise  durch den Kopf schwirrten.
Angst ist vielleicht nicht ganz das passende Wort… doch zu wissen, wenn ich ein, manchmal auch zwei oder erst drei Texte so vor mich hin schreibe und plötzlich bricht sich etwas Bahn, weil ein Bild entsteht oder eine Wortgruppe eins hervorruft, daß nicht mehr nur in einer handvoll Zeilen Platz findet, läßt mich das Schreiben manchmal gar nicht erst beginnen. Weil ich ganz leise in mir weiß: einmal die Feder gezückt und angesetzt, stehe ich mit beiden Beinen in der Ungewißheit.
Ungewißheit darüber, was gleich alles seinen Weg zu mir finden wird. So spannend und aufregend und abenteuerlich es zu großen Teilen genau deswegen ist, schreit irgendetwas nur allzu gern in mir: nee, jetz‘ nicht, echt. Ich wollte noch das tun und dies und jenes und – . Pff. Diese Stimme besteht sicher aus Ego, daß lieber in seiner Komfortzone bleibt und Ungewißheit ganz schlimm findet, sowie Perfektionismus, dem das alles schnell über die Ohren wächst und lieber vorbereitet und von Beginn an sortiert ist und dem inneren Kritiker, der nichts zu befürchten hat, wenn nicht geschrieben wird. Logisch.
Zum Kuckuck mit all denen! Dann verliere ich mich eben die nächsten Stunden in Texten oder in einem großen. Und? Alles, was noch auf der Tagesliste steht, findet trotzdem seine Zeit. Aus verschiedenen Gründen ist die Abenteurerin in mir jedoch wacher denn je und klatscht in diesen Momenten leise jauchzend in die Hände.
Ich mag mich nicht länger zurückhalten, wenn es darum geht, meine Kunst zu leben. All die Gedanken, Empfindungen und Ideen aufzuschreiben, erstmal festzuhalten. Bequemlichkeit ist ebenso der Tod des Erschaffens wie Perfektionismus. Ich mag diese Momente nicht länger runterschlucken und aussitzen, nur weil ich nicht weiß, was alles auf mich niederregnen wird, wenn ich den ersten Tropfen entgegenlächle. Wie langweilig.

Die Blätterstapel mit Notizen und Kritzeleien sollen weiter wachsen. Einfach schreiben. Einfach machen. Nur so habe ich mehr und mehr Material und kann Wundervolles erschaffen. Nur so fühle ich mich am Ende des Tages wirklich glücklich und zufrieden. Wenn ich weiß, ich habe mich nicht zurückgehalten; mich nicht zurückhalten lassen.
Es spielt sicher auch die gesellschaftliche Konditionierung eine Rolle: die Zeit zunächst mit praktischeren Dingen nutzen. Dann das Vergnügen. Dann die Kunst. Doch die Kunst ist nicht einfach nur Zierde – war sie das je? Die Kunst, empfinde ich, ist vielmehr ein Bedürfnis. Wie sonst könnte ich mich am Ende des Tages unbefriedigt fühlen, wenn ich weiß, ich war kaum bis gar nicht kreativ?

Und es sind nicht nur Wortgruppen oder Bilder, die wachsen, umso mehr Worte ich ihnen zugestehe. Ein Bild ruft ein ganz anderes hervor. Eine Geschichte versteckt in irgendeiner staubigen Ecke viel zu oft Gedanken und Ideen für eine völlig andere.
Genau das nährt zwar das Gefühl des Überranntwordenseins und neckt mein „aber das mag ich gleich irgendwie ordnen, sonst wächst es mir über den Kopf und ah“. Wobei ich ganz genau weiß, daß auch wieder Stunden kommen, in denen ich so richtig Lust habe, zu sortieren und mich nichts ablenken kann. Mich nichts, was ich überfliege, in dem Moment inspiriert.

Nicht zuletzt ist es doch auch so: ich gehe meinen eigenen Weg. Viele andere gehen ihn auch. Von außen sehen sie sich hier und da ähnlich, vielleicht, was das Gelände oder Flora und Fauna betrifft. Dennoch sind es alles Trampelpfade, die mit jedem Schritt, den wir setzen, entstehen. Wie kann ich, wie können wir, vorher wissen, was auf mich zukommt? Was ich brauche um damit fertigzuwerden? Also vertraue ich darauf, daß ich zu jeder Zeit alles habe, was ich brauche. Und was mir fehlt, brauche ich auch nicht. Mal abgesehen von Utensilien zum Schreiben, aber wollen wir mal nicht kleinlich werden. 😉

Inspiration wartet nicht. Sie ist da, wenn sie da ist. Sich von ihr mitreißen zu lassen, wie auch immer es für dich aussieht, ist mutig! Sie macht so viel mit uns. So vieles, das wir oft erst im Nachhinein verstehen und, wer hätte es gedacht, noch einmal aus diesem Brunnen schöpfen. Ein Brunnen, habe ich den Eindruck, der statt leerzulaufen überläuft. Je mehr, umso besser – denn dann fällt das Teilen mit anderen leichter. 🙂

Greta

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sich selbst überfallen

Einfach anfangen. Meiner Ansicht nach gibt es keine Schreibblockade. Vielmehr ist es etwas, das wir uns Tag um Tag, den wir nicht schreiben, einreden. Ganz leise. Ganz tief in uns selbst. Tag um Tag – ich rede nicht von Balance. Natürlich gibt es Tage, an denen wir uns ganz anderen Intereßen widmen und aufladen. Ähnlich wie ein Spaziergang. Den Kopf befreien, etwas Neues sehen und entspannen.

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Oh, okay.

Dann sind sie eben schon … fertig. Bis Ende November, zum 30., wollte ich beide Manuskripte fertiggeschrieben haben und auch wenn das dank meines Urlaubs mehr als möglich war, war ich doch nicht wirklich auf der sicheren Seite.

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Ein Gewinn kommt nie allein

Immer wenn ich am Ende des Tages meine geschriebene Wortzahl, ganz stolz auf mich selbst, eingetragen und mir meine Statistik angesehen habe, sah ich eine Zahl, die mich den Kopf schütteln lies. Am 26. November vor zwei Jahren hatte ich etwas über 5000 Wörter geschrieben – wie nur? Was war da paßiert? Und dann schrieb ich am Dienstag so vor mich hin. Näherte mich den 3000, den 4000, den 5000 und selbstverständlich wollte ich diesen kleinen, feinen Rekord knacken. Gesagt, getan. Ich fühlte mich gut – sehr viel geschafft, nicht nur die Wortzahl betreffend. Diese ist in diesem Monat natürlich ein Anreiz gewesen, doch war mir von Beginn an klar: diesen Monat starte & beende ich mein erstes Manuskript für Von Minze und Mut & Von Wölfen und Wut.

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Einen Klappentext zu schreiben

… hat mich bei meinen bisherigen Versuchen regelmäßig die Stirn auf den Tisch legen und überzeugt genervt sagen laßen: braucht keiner. Laß‘ ich frei. Bei der Buchwahl einfach mal nach Gefühl entscheiden und das Buch in die Hand nehmen, weder den vielleicht nicht ganz so ansprechenden Einband und Titel großartig beachten noch nach dem Klappentext schauen, sondern einfach nur fühlen. Kribbelt es in der Hand? Bleibt das Buch wie magnetisch liegen oder zuckst du mit den Schultern und kannst es ohne Zweifel umgehend zurück auf den Stapel vor dir legen?

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