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Der April und Camp NaNo startetn wundervoll. Die Korrektur meines Großstadtrotkäppchens nahm seinen Lauf; an sich zufriedenstellend. Gleichzeitig wollte sich ein Zwicken in meinem Bauch jedoch nicht recht verabschieden. Ganz im Gegenteil.

Und weil man Tee nicht in aller Seelenruhe verkippt: als Debutroman für Frühsommer angekündigt, wird Großstadtrokäppchen so nicht veröffentlicht.
Verbrennen werde ich diese Geschichte aber auch nicht, doch die Funken, die zu Beginn sprühten, sind nicht mehr. Teilen möchte und werde ich diese Geschichte auf jeden Fall. Vielleicht später als Roman. Vielleicht in Form von Blogbeiträgen. Nicht (mehr) jedoch als mein Debut. Vielleicht bin ich dieser Geschichte in dem Sinne entwachsen, daß ich sie zunächst nur für mich habe nieder- und zu Ende schreiben müßen um nun festzustellen, daß ich mich einem meiner andere Projekte widmen mag, die die Glut in mir wieder zu Feuer entfacht mir nur wenigen Gedanken, Tagträumen und Unterhaltungen.

Aus Prinzip weiterverfolgen, jetzt, so, wie gedacht und angekündigt? Könnte ich, sicher. Allerdings wäre es genau das Vorgehen, das mich in der Schule, später im Studium und dann in der kreativen Ausbildung dezent entnervt hat: von Anfang bis Ende diesen Weg entlanglaufen. Schon die letzten Wochen, wenn mich Tagträume zu den Aurora-Chroniken eingeholt haben und ich mir gesagt habe: nein, wenn ich in die Welt meinen ersten richtigen Schritt setze, war’s das. Da komm ich nicht mehr raus um etwas anderes wirklich mit Herzblut zu schreiben, abgesehen von kurzen Texten und Gedichten. Ist das nicht aber kreativer Selbstmord? Warum, in aller Welt, sollte ich mir das freiwillig antun?

Ich selbst kann in jeder Hinsicht nur wachsen, wenn ich verfolge, was mein Herz mir vorgibt. Ich bin selbst ein Großstadtrotkäppchen – und bahne mir meinen Weg durch den Wald, wie mir ist. Und vielleicht brauche ich nur zwei, drei Monate etwas anderes vor der Nase und komme schon dann umgehend zu dieser Geschichte zurück und die Funken fliegen wieder? Das finde ich nur heraus, wenn ich mich auf den Weg einlaße, auf den ich irgendwie gestolpert bin.

Die Ironie lauert in der Ecke: wenn Rotkäppchen brav ihren Weg gegangen wäre und sich nicht vom Wolf hätte auf die Blumenwiese führen und ablenken lassen, wäre ihre Großmutter nichts paßiert. Doch: sie hätte auch keine schöne Zeit inmitten dieser Blumenwiese gehabt. Sie hätte nicht gelernt, wie sie künftig mit Gefahren umgehen wird und – eine meiner Interpretationen: wenn die Großmutter das zukünftige Ich des Rotkäppchens selbst ist, hat der Wolf vielleicht etwas Gutes bewirkt, weil diese Version ihrer Selbst eine gelangweilte, aalglatte ist, die von keinerlei Abenteuern berichten kann?

Nichtsdestotrotz werde ich 2019 als mein Debutjahr in der Epik nicht streichen. Kopfüber stürze ich mich in die anderen Projekte, die es sich auf meinem Schreibtisch bequem gemacht haben und ich bin gespannt, wohin mich diese Entscheidung treiben wird und welche Blumenwiesen ich entdecken werde. 🙂

Kennst du solche Entscheidungen oder Gedanken? Wie gehst du für dich damit um?

Greta

 

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Wenn der Kopf Muskelkater hat

Ähnlich wie nach einer wunderbar intensiven Stunde im Fitneßstudio reagierte mein Kopf auf diesen intensiven Mittwoch und wollte überhaupt gar nicht irgendwie ans Schreiben denken. Ich gab mir diesen Folgetag ohne zu schreiben natürlich auch. Auch wenn mir immer wieder kurz Gedanken kam, wie es bei beiden Geschichten weitergehen könnte – sie blieben so kurz, worüber ich dankbar war. Vielleicht lag es auch ein wenig am Schnupfen, der mich nach wie vor nicht verabschieden mag, aber halb 9 im Bett zu liegen und erst wieder halb 10 aufzuwachen – schien nötig gewesen zu sein.

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