Visionen & ihre Umsetzung

Visionen können so groß sein oder werden, daß wir sie aus den Augen verlieren; wenn auch nur für eine gewisse Zeit. Wollen wir das? Nein. Nicht mehr. Wenn es dir auch so geht.

Jeder, der einer Leidenschaft nachgeht, macht es nicht einfach so, nicht so nebenher. Wir leben sie, weil wir sie lieben, weil wir sie leben wollen und irgendwie auch müssen. Es ist uns auch Bedürfnis, wenn nicht gar Berufung.

Doch jede Vision hat es an sich, daß sie, steckt man erstmal bis zum Hals drin, unser Warum nimmt und es uns nachwirft. Sicher, wir vergessen unser Warum nicht komplett. Aber ist es nicht einfacher, wenn wir, bevor wir in diesen Sumpf springen (auch wenn der Sumpf ein nicht ganz so ruhiges, fließendes Bild ist wie kaltes Wasser – hier geht’s darum, wie es sich anfühlt und nicht, wie hübsch das Bild aussieht), überall Schilder aufstellen, auf die wir malen oder schreiben, warum wir uns hineinbegeben? Ob wirr und unsortiert, hauptsache Schilder, hautpsache Erinnerungen – oder in einer gewissen Reihenfolge, das hängt von jedem selbst ab weil Typsache.

Und sei unbesorgt. Da kein anderer diesen Sumpf weder sehen, noch spüren kann (zumindest nicht so wie du; wenn du wochenlang abtauchst um zu schreiben, an deiner Vision zu arbeiten, wird das der ein und andere schon spüren 😉 ), beschildere ihn wie und mit was du willst. Wenn du über irgendein Warum leise denkst: nee, das ist doch lächerlich, dann laß‘ dir gesagt sein: das ist dein Ego. Das wurde dir von unserer Gesellschaft so eingetrichtert und anerzogen. Nichts, das dich motiviert, das dich beim Erschaffen deiner Vision unterstützt, ist lächerlich!

Für Schreibatmosphäre läuft bei mir regelmäßig entweder die Filmmusik von Harry Potter oder Ambience (youtube ist eine Schatztruhe) zu/aus dieser Welt. Wahrscheinlich auch, weil es eine technikfreie Welt ist – das mochte ich schon immer sehr. Schon immer.. ha, als ich die Bücher damals verschlungen hab, war Technik noch lange nicht so vertreten wie heute, machen wir uns nichts vor. 😉 Aber ihr wißt. Wenn ich diese Musik oder die atmosphärischen Stücke höre, fühl ich diese Ruhe und das hilft mir ungemein. Seit ich in Schottland diesen Sommer auf dem letzten Campingplatz zwischen Meer und Highland-Ausläufern täglich den Zug habe vorbeifahren sehen & -hören, noch einmal intensiver. 🙂

Das findet jemand lächerlich? Bitte. Mir hilft es bei der Umsetzung meiner Vision. Jetzt, in diesem Moment, tue ich etwas für meine Zukunft, mein zukünftiges Ich, das mir dankbar sein wird. Oder sich selbst? Das ist ein anderes Thema. 😉

Sei es dir selbst wert, dich um dich, deine Zukunft zu kümmern und deine Vision/en zu verfolgen. Tu‘, was dich glücklich macht, was dir in schwierigeren Zeiten dabei hilft. Denn du bist es wert. Die Vision, die du hast, ist nicht umsonst an die haften geblieben. 🙂 Aber sie ist nicht nur schön, nein, sie kommt mit mindestens diesem einen Arschtritt: mach auch was aus ihr! 🙂

Wer mich sucht, ich bin im Ravenclaw-Gemeinschaftsraum. Ein Fenster ist offen, falls du eine Eule schicken magst.

Greta

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Widerstand – ja, aber nein.

Dank einer Erwähnung auf IG von Effi Lind bin ich vor Wochen schon auf das Buch The War of Art von Steven Pressfield aufmerksam geworden und habe es diese Woche angefangen zu lesen. Und auch wenn ich erst zur Hälfte durch bin – liest sich ziemlich flott, doch gen Ende der Arbeitswoche bin ich dann und wann etwas zu ausgebrannt – sind doch schon ein paar Worte notwendig.

Wunderbar. Lesen. Klare Empfehlung. Auch wenn ich mir im gleichen Atemzug denke: fällt unter besagten Widerstand, der genauso in uns ruht wie die Leidenschaft, der wir nachgehen, und in verschiedenen Kostümen auftritt (Selbstsabotage, Prokrastination, .. ) nicht auch, statt zu schreiben und schreiben und schreiben, das Buch weiterzulesen? 😉 Und, natürlich, erst noch einen Blogbeitrag zu all dem zu verfassen, bevor ic mich ins tatsächliche Schreiben stürze, setzt dem ganzen doch zwinkernd die Krone auf.

Widerstand – ja: der Widerstand, der sich gesellschaftlichen und politischen Bewegungen entgegenstellt um zu sagen: hackt´s?! Kürzlich waren hier bei mir in Sachsen Wahlen. Das Kopfschütteln habe ich beizeiten gestoppt sonst läge ich wohl noch mit Schleudertrauma dort. Wobei es natürlich gar nicht nur um das Ergebnis geht, das sich uns präsentiert, in Form einer oder gar mehrerer Parteien und was nicht allem. Wichtiger ist zu verstehen, daß es bei jedem selbst startet. Die Unzufriedenheit, die wir alle in uns tragen und die die verschiedensten und wildesten Ursachen hat. Ich konnte die Welt noch nie wirklich in ihren Kategorien sehen und verstehen. Für mich hat schon immer alles zusammengehangen. Und je älter ich werde und mit je mehr Themen bezüglich der eigenen Entwicklung ich mich auseinandersetze, je mehr ich für mich an Knoten löse, umso – umso was? Ich hab den Faden verloren. Wie gesagt. Dieses holistische Betrachen und Verstehen war schon immer in mir und da und fest. Natürlich ist es einfacher, alles für sich zu betrachten. Doch da alles irgendwie von Menschenhand geschaffen oder beeinflußt worde – geht es eben genau dort los. Wer seine Unzufriedenheit nicht hinterfragt, sie nicht zuzuordnen weiß, sie stattdessen füttert, dem wird´s nicht bessergehen. Wie auch? Der Wolf in uns wächst, den wir füttern. Wie es so schön heißt. Ganz doll runtergebrochen.

Widerstand ist da also durchaus wichtig, auch wenn ich mich kein politischer Mensch bin. TV seit 12 Jahren nicht mehr. Seit gut Hälfte der Zeit, wenn nicht länger, konsumiere ich auch keinerlei Nachrichten mehr, was diverse Gründe hat. Gibt es wirklichen, unabhängigen Journalismus noch? Ist nicht alles irgendwie beeinflußt? Schließlich geht´s im Endeffekt ums Geld. Jüngstes, bestes Beispiel ist unsere Regenwaldsituation. Mir brennt nach wie vor das Herz und ich möchte um mich kotzen. i don´t ask to pardon my french. Persönlich kann ich im Weltgeschehen nicht auf dem Laufenden bleiben und gleichzeitig daran arbeiten, die Welt zu verändern indem ich mein Licht nähre. Zumal das Weltgeschehen im Kern doch auch das gleiche bleibt: zu viel Krieg, zu viel Hungersnot und was nicht alles an gequirtler Scheiße, die wir dem Kapitalismus & unserer Konsumgesellschaft zu verdanken haben. Und dagegen ist, meiner Ansicht nach, nur wirklich von oben her etwas zu bewirken. Wir Menschen sind viel zu bequem (geworden). Veränderung ist unbequem und tut weh. Überdenken, sich neu arrangieren und anpassen. Im Grunde sind wir Erwachsenen doch nicht als ein großer Kindergarten, wenn es danach geht. Jeder quengelt so vor sich hin, wenn ihm was weggenommen wird und er wird kreativ im Zurückholen. Oder eben Ausrasten. Ja, da muss offenbar erst einer kommen und sagen, so, keine Plastetüten mehr. Und was nicht alles. Daß sich mit diesen Maßnahmen Zeit gelassen wird, auch kein Wunder. Weil Geld, klar.

Selbstverständlich glaube ich aber genauso, daß wir im Kleinen, jeder für sich, was anrichten können. Mehr und mehr denken ja drüber nach und ändern eins nach dem anderen. Auf die Masse gesehen rechnet sich das schon auch. Ich hatte es dann und wann ja schon geschrieben: der Kapitalismus ist die (oder unsere) Dystopie.

Wie bin ich jetzt nur so weit vom Thema abgekommen? Weil es mich beschäftigt. Und ja auch Inspiration für Die Aurora-Chroniken ist. Weil meine Kunst nur bedingt ein Ich-flüchte-in-diese-Welt wird. Weil ich keine heile Welten schreibe, die gerade so notwendig an etwas Substanziellem kratzen um nicht als leer abgestempelt werden zu können. So wenig die Themen, die mich beschäftigen, und die ich in meinen Geschichten bearbeite/verarbeite, für mich selbst leicht verdaulich sind, so soll es auch mei onem Leser ergehen. Mit liebevollem Lächeln und: Hand auf der Schulter. Du bist nicht allein. Zusammen schaffen wir das alles. Was auch immer „das alles“ beinhaltet und bedeutet.

Widerstand also auch, gerade auch, im Angesicht der Ignoranz. Ignoranz ist, wie ich mal gelesen habe, in unserem Zeitalter, unserer Gesellschaft, mit den Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, eine Wahl. Nun könnte jemand kommen und sagen: oh, aber na wenn du das Weltgeschehen nicht so verfolgst, ignorierst du ja. Ha!. – selber ha!, nein. Denn ich verstehe das Weltgeschehen. Ich weiß, was da draußen los ist. Weil das alles „nur“ im großen Stil passiert. Und woanders. All das, was vor meiner Haustüre im kleinen Rahmen passiert. Und mir selbst schon widerfahren ist. Ich weiß. Und ich arbeite täglich so gut ich kann daran, in meinem Umfeld Veränderung herbeizuführen. Augen, Köpfe und Herzen zu öffnen. Um mehr Seelen für den Widerstand zu gewinnen. Wer Nachrichten verfolgt, heißt noch lange nicht, daß er auch Gutes tut. Derjenige weiß dann zwar Bescheid – aber wer kennt sie nicht, all die Gespräche in Bahn oder unter Kollegen, die das alles auseinandernehmen und Ja, das ist schon schlecht!, Das kann so nicht weitergehen. Und dann wird Geld in die Süßigkeitenmaschine gestopft und man selbst mit der Droge schlechthin versorgt. Und das Licht angelassen, wenn man als letzter aus dem Raum geht. Und – ja. Außerdem… eigentlich geht es doch auch nicht ums mit dem Finger zeigen. Das löst nichts. Das verändert nichts. Das machen die, die sich nicht weniger hilflos fühlen als ich. Die, die aber doch lieber bequem bleiben statt im Kleinen, im Alltag anfangen zu handeln und etwas zu bewegen.

Oh, oh, da bekomme ich gerade während des Schreibens relativ elegant die Kurve, von der ich bis vor wenigen Minuten noch dachte: nö, das sieht nicht gut aus. Handbremse ziehen oder so:

Widerstand – (aber) nein: besagtes Buch also zu lesen, oder sich einfach auf die Suche zu begeben zu Stichworten wie Selbstsabotage und Wie durchbreche ich diesen Kreis?, oder so, und zu verstehen, zu lernen, was dieser Widerstand will, füttert mein Herz. Dieser Widerstand, der so uralt ist wie die Leidenschaft, die unsere Seelen antreibt, selbst, will nichts anderes als uns aufhalten. Und springt genau dann verdammt gern ein, wenn wir uns dem nähern, worin wir gut sind. Worin wir Erfolg haben können. Werden. Wenn wir uns denn nicht aufhalten und ablenken lassen. Schon bevor ich das Buch angefangen habe, war ich zart in diesem Thema drin, da ich mich u.a. mit meiner Essstörung noch dann und wann abgebe, streite und unterhalte und verstehen lerne. Bzw. habe ich erst vor wenigen Monaten für mich verstanden, daß diese Suchterkrankung einfach nur ein großer, fetter Batzen Widerstand ist. Wer kennt es nicht: „Morgen fange ich an mit xy“, „Wenn das ist, dann mach ich das und das.“, die Liste ist unendlich lang. Verbrenn sie. Und mach einfach.

Ja, klar, ich hab auch gern mal ein Tag (und gerade mit anstehendem Winterhalbjahr wird es dann und wann sehr gemütlich und verlockend), an dem ich eine Serie in Siebenmeilenstiefeln weiterschaue. Wie sich dieser Widerstand für dich genau anfühlt und wie er aussieht, weißt nur du, kannst nur du herausfinden. Solche Tage sind manchmal einfach notwendig und schön. Nicht jeder schreibt jeden Tag. Aus welchen Gründen auch immer. Das Entscheidende ist, das wir am Ende das Tages zufrieden im Bett liegen und sagen können: ich hab geschafft, was ich schaffen wollte. Ich habe mein für heute Bestes getan. Und wenn das bedeutet, daß du heute anders aufladen mußtest um morgen ordentlich etwas aufzuholen oder vorzuarbeiten oder oder – dann ist das so. Sei dir selbst gegenüber ehrlich. Alles andere interessiert nicht. Wir alle kämpfen so vor uns hin. Für jeden sieht es anders aus, fühlt es sich anders an. Du bist nicht allein. 🙂

Also merke: dich vom Widerstand an den richtigen Stellen und in den richtigen Momenten an die Hand nehmen und mitreißen lassen aber bloß nicht, wenn´s um deine Leidenschaft und Kunst geht. Diese Welt braucht dich und dein Licht! Laß dich nicht einschüchtern. Weder von Familienmitgliedern, noch von Freunden, schon gar nicht von irgendwelchen Halbstarken, die dich noch nichtmal wirklich kennen sondern im Grunde nur zu betrauern sind weil sie dein Licht sehen und neidisch sind, weil sie denken, sie haben die Kraft und den Mut nicht, sie selbst zu sein, so wie du. Und laß dich schon gar nicht von dem Widerstand einschüchtern, der in dir haust. Rauswerfen können wir ihn leider nicht. Am Ende zündet er da nur unseren schönen Garten an oder was auch immer ihm für Ideen kommen. Vielmehr müssen wir lernen, mit ihm zusammenzuleben. Lerne deinen Widerstand kennen. Wann oder wie er dich am Häufigsten überrascht und mit was er dich am Besten zu locken weiß. Und dann finde Mittel und Wege um ihn auszutricksen. Mir persönlich helfen dann und wann kurze Ausrufe, wenn ich merke: hmm, ich könnte mal erst noch saugen und dann noch das und ja, danach fang ich an – NEIN. Schluß. Aus. Das ist auch alles noch in einer Stunde da. Erstmal schreibe ich. Weil ich schreiben liebe. Weil ich vorankommen will. Weil ich noch was vorhabe. Weil ich was erreichen will. Und auch einfach weil ich stärker und toller und besser bin als der Widerstand in mir. Dann fängt er schon an zu schmollen und wird leiser.

oh, hat jemand Das Es, Kapitel II schon geschaut? Erinnert mich gerade an das Ende – ohne mehr dazu zu sagen. Fand ich schon im Kino total toll, die Szene. Die ganze Geschichte trägt eine wunderbare Botschaft in sich. Vielleicht der des Widerstands gar nicht so unähnlich, hm. Wie dem auch sei. Nun ist mein Tee alle und auch eigentlich alles gesagt. Auf einen neuen Tee und noch jeeeede Menge Worte, denn ich hinke hinterher.

Greta

Wie ich mich selbst inspiriere und warum es mir Angst macht

Natürlich ist es wundervoll, wenn ich Zeilen schreibe, die mir in den Sinn kommen und sich formen und wachsen und Gestalt annehmen, die mir drei Zeilen zuvor noch nicht einmal ansatzweise  durch den Kopf schwirrten.
Angst ist vielleicht nicht ganz das passende Wort… doch zu wissen, wenn ich ein, manchmal auch zwei oder erst drei Texte so vor mich hin schreibe und plötzlich bricht sich etwas Bahn, weil ein Bild entsteht oder eine Wortgruppe eins hervorruft, daß nicht mehr nur in einer handvoll Zeilen Platz findet, läßt mich das Schreiben manchmal gar nicht erst beginnen. Weil ich ganz leise in mir weiß: einmal die Feder gezückt und angesetzt, stehe ich mit beiden Beinen in der Ungewißheit.
Ungewißheit darüber, was gleich alles seinen Weg zu mir finden wird. So spannend und aufregend und abenteuerlich es zu großen Teilen genau deswegen ist, schreit irgendetwas nur allzu gern in mir: nee, jetz‘ nicht, echt. Ich wollte noch das tun und dies und jenes und – . Pff. Diese Stimme besteht sicher aus Ego, daß lieber in seiner Komfortzone bleibt und Ungewißheit ganz schlimm findet, sowie Perfektionismus, dem das alles schnell über die Ohren wächst und lieber vorbereitet und von Beginn an sortiert ist und dem inneren Kritiker, der nichts zu befürchten hat, wenn nicht geschrieben wird. Logisch.
Zum Kuckuck mit all denen! Dann verliere ich mich eben die nächsten Stunden in Texten oder in einem großen. Und? Alles, was noch auf der Tagesliste steht, findet trotzdem seine Zeit. Aus verschiedenen Gründen ist die Abenteurerin in mir jedoch wacher denn je und klatscht in diesen Momenten leise jauchzend in die Hände.
Ich mag mich nicht länger zurückhalten, wenn es darum geht, meine Kunst zu leben. All die Gedanken, Empfindungen und Ideen aufzuschreiben, erstmal festzuhalten. Bequemlichkeit ist ebenso der Tod des Erschaffens wie Perfektionismus. Ich mag diese Momente nicht länger runterschlucken und aussitzen, nur weil ich nicht weiß, was alles auf mich niederregnen wird, wenn ich den ersten Tropfen entgegenlächle. Wie langweilig.

Die Blätterstapel mit Notizen und Kritzeleien sollen weiter wachsen. Einfach schreiben. Einfach machen. Nur so habe ich mehr und mehr Material und kann Wundervolles erschaffen. Nur so fühle ich mich am Ende des Tages wirklich glücklich und zufrieden. Wenn ich weiß, ich habe mich nicht zurückgehalten; mich nicht zurückhalten lassen.
Es spielt sicher auch die gesellschaftliche Konditionierung eine Rolle: die Zeit zunächst mit praktischeren Dingen nutzen. Dann das Vergnügen. Dann die Kunst. Doch die Kunst ist nicht einfach nur Zierde – war sie das je? Die Kunst, empfinde ich, ist vielmehr ein Bedürfnis. Wie sonst könnte ich mich am Ende des Tages unbefriedigt fühlen, wenn ich weiß, ich war kaum bis gar nicht kreativ?

Und es sind nicht nur Wortgruppen oder Bilder, die wachsen, umso mehr Worte ich ihnen zugestehe. Ein Bild ruft ein ganz anderes hervor. Eine Geschichte versteckt in irgendeiner staubigen Ecke viel zu oft Gedanken und Ideen für eine völlig andere.
Genau das nährt zwar das Gefühl des Überranntwordenseins und neckt mein „aber das mag ich gleich irgendwie ordnen, sonst wächst es mir über den Kopf und ah“. Wobei ich ganz genau weiß, daß auch wieder Stunden kommen, in denen ich so richtig Lust habe, zu sortieren und mich nichts ablenken kann. Mich nichts, was ich überfliege, in dem Moment inspiriert.

Nicht zuletzt ist es doch auch so: ich gehe meinen eigenen Weg. Viele andere gehen ihn auch. Von außen sehen sie sich hier und da ähnlich, vielleicht, was das Gelände oder Flora und Fauna betrifft. Dennoch sind es alles Trampelpfade, die mit jedem Schritt, den wir setzen, entstehen. Wie kann ich, wie können wir, vorher wissen, was auf mich zukommt? Was ich brauche um damit fertigzuwerden? Also vertraue ich darauf, daß ich zu jeder Zeit alles habe, was ich brauche. Und was mir fehlt, brauche ich auch nicht. Mal abgesehen von Utensilien zum Schreiben, aber wollen wir mal nicht kleinlich werden. 😉

Inspiration wartet nicht. Sie ist da, wenn sie da ist. Sich von ihr mitreißen zu lassen, wie auch immer es für dich aussieht, ist mutig! Sie macht so viel mit uns. So vieles, das wir oft erst im Nachhinein verstehen und, wer hätte es gedacht, noch einmal aus diesem Brunnen schöpfen. Ein Brunnen, habe ich den Eindruck, der statt leerzulaufen überläuft. Je mehr, umso besser – denn dann fällt das Teilen mit anderen leichter. 🙂

Greta

spilling the t

Der April und Camp NaNo startetn wundervoll. Die Korrektur meines Großstadtrotkäppchens nahm seinen Lauf; an sich zufriedenstellend. Gleichzeitig wollte sich ein Zwicken in meinem Bauch jedoch nicht recht verabschieden. Ganz im Gegenteil.

Und weil man Tee nicht in aller Seelenruhe verkippt: als Debutroman für Frühsommer angekündigt, wird Großstadtrokäppchen so nicht veröffentlicht.
Verbrennen werde ich diese Geschichte aber auch nicht, doch die Funken, die zu Beginn sprühten, sind nicht mehr. Teilen möchte und werde ich diese Geschichte auf jeden Fall. Vielleicht später als Roman. Vielleicht in Form von Blogbeiträgen. Nicht (mehr) jedoch als mein Debut. Vielleicht bin ich dieser Geschichte in dem Sinne entwachsen, daß ich sie zunächst nur für mich habe nieder- und zu Ende schreiben müßen um nun festzustellen, daß ich mich einem meiner andere Projekte widmen mag, die die Glut in mir wieder zu Feuer entfacht mir nur wenigen Gedanken, Tagträumen und Unterhaltungen.

Aus Prinzip weiterverfolgen, jetzt, so, wie gedacht und angekündigt? Könnte ich, sicher. Allerdings wäre es genau das Vorgehen, das mich in der Schule, später im Studium und dann in der kreativen Ausbildung dezent entnervt hat: von Anfang bis Ende diesen Weg entlanglaufen. Schon die letzten Wochen, wenn mich Tagträume zu den Aurora-Chroniken eingeholt haben und ich mir gesagt habe: nein, wenn ich in die Welt meinen ersten richtigen Schritt setze, war’s das. Da komm ich nicht mehr raus um etwas anderes wirklich mit Herzblut zu schreiben, abgesehen von kurzen Texten und Gedichten. Ist das nicht aber kreativer Selbstmord? Warum, in aller Welt, sollte ich mir das freiwillig antun?

Ich selbst kann in jeder Hinsicht nur wachsen, wenn ich verfolge, was mein Herz mir vorgibt. Ich bin selbst ein Großstadtrotkäppchen – und bahne mir meinen Weg durch den Wald, wie mir ist. Und vielleicht brauche ich nur zwei, drei Monate etwas anderes vor der Nase und komme schon dann umgehend zu dieser Geschichte zurück und die Funken fliegen wieder? Das finde ich nur heraus, wenn ich mich auf den Weg einlaße, auf den ich irgendwie gestolpert bin.

Die Ironie lauert in der Ecke: wenn Rotkäppchen brav ihren Weg gegangen wäre und sich nicht vom Wolf hätte auf die Blumenwiese führen und ablenken lassen, wäre ihre Großmutter nichts paßiert. Doch: sie hätte auch keine schöne Zeit inmitten dieser Blumenwiese gehabt. Sie hätte nicht gelernt, wie sie künftig mit Gefahren umgehen wird und – eine meiner Interpretationen: wenn die Großmutter das zukünftige Ich des Rotkäppchens selbst ist, hat der Wolf vielleicht etwas Gutes bewirkt, weil diese Version ihrer Selbst eine gelangweilte, aalglatte ist, die von keinerlei Abenteuern berichten kann?

Nichtsdestotrotz werde ich 2019 als mein Debutjahr in der Epik nicht streichen. Kopfüber stürze ich mich in die anderen Projekte, die es sich auf meinem Schreibtisch bequem gemacht haben und ich bin gespannt, wohin mich diese Entscheidung treiben wird und welche Blumenwiesen ich entdecken werde. 🙂

Kennst du solche Entscheidungen oder Gedanken? Wie gehst du für dich damit um?

Greta

 

sich selbst überfallen

Einfach anfangen. Meiner Ansicht nach gibt es keine Schreibblockade. Vielmehr ist es etwas, das wir uns Tag um Tag, den wir nicht schreiben, einreden. Ganz leise. Ganz tief in uns selbst. Tag um Tag – ich rede nicht von Balance. Natürlich gibt es Tage, an denen wir uns ganz anderen Intereßen widmen und aufladen. Ähnlich wie ein Spaziergang. Den Kopf befreien, etwas Neues sehen und entspannen.

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Erstes Drittel – Halbzeit

Vor zwei Jahren habe ich zum ersten Mal am NaNoWriMo teilgenommen und gewonnen – beides ein wundervolles Gefühl. Schon im November 2016 während des täglichen Schreibens hatte sich gezeigt, daß die Geschichte (insbesondere ihre Charaktere), die aus meinem Kopf und auf Papier sollte, nur allzu begeistert ein Eigenleben entwickelt. Nicht nur, daß sich viele neue Szenen ergaben, sondern der Umfang der Geschichte größer und größer wurde. Selbstverständlich schrieb ich ohne wirkliche Planung und Gliederung einfach drauf los – was eine schöne Erfahrung war, jedoch zu keinem Manuskript in dem Sinne führte. Die Idee, die ich in jenem Jahr von der Leine ließ, ist mir nach wie vor eine Herzensangelegenheit und wird definitiv ihre Renaissance erfahren – Projekte: Die elfte Generation.

Zuvor jedoch ist es mir innerstes Bedürfnis, eine völlig andere Geschichte zu schreiben und zum Abschluß zu bringen. Inspiriert durch selbst Erlebtes, aus zweiter Hand Erfahrenes und so einige Unterhaltungen nahmen Von Minze und Mut sowie Von Wölfen und Wut Gestalt an.

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Jupiter am Horizont

Wie viele Jahre habe ich auf der Schaukel geseßen und mich eindrehen laßen von Menschen, die nicht wußten, wann es genug war (oder es wußten und sich nicht drum scherten) und von Menschen, die es gut mit mir meinten, mich aber nicht für die Seele sahen, die ich bin.

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